October 29, 2019 / 12:11 PM / 20 days ago

Trend zur Heimdialyse nutzt Gesundheitskonzern Fresenius

Fresenius headquarters in Bad Homburg near Frankfurt, Germany, February 27, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Der Gesundheitskonzern Fresenius profitiert von starken Geschäften in Schwellenländern und einer hohen Nachfrage bei der Versorgung von Nierenpatienten in ihren eigenen vier Wänden.

Gleichzeitig greift Vorstandschef Stephan Sturm tief in die Tasche, um Fresenius wetterfest zu machen. “Unsere angekündigten Investitionen laufen planmäßig. Diese drücken in diesem Jahr auf unseren Gewinn”, sagte Sturm am Mittwoch anlässlich der Quartalsbilanz. Der Fresenius-Chef hatte schon zu Jahresbeginn klar gemacht, dass 2019 ein Jahr der Investitionen wird - rund 2,5 Milliarden Euro nimmt er dafür in die Hand. Für 2019 geht Sturm unverändert von einem währungsbereinigten Umsatzplus von vier bis sieben Prozent und einem Konzernergebnis in etwa auf Vorjahresniveau aus.

Auch die wie Fresenius im Dax notierte Dialysetochter FMC bekräftigte ihre Jahresziele. FMC erwartet ein bereinigtes Umsatzwachstum zwischen drei und sieben Prozent. Beim bereinigten Konzernergebnis könnte ein Plus von zwei Prozent bis hin zu einem Minus von zwei Prozent zu Buche stehen, wobei FMC unverändert davon ausgeht, dass das Ergebnis voraussichtlich am unteren Ende der Spanne liegen wird.

AKTIEN GRÖSSTE GEWINNER IM DAX

FMC-Aktien legten gleichwohl um fast sechs Prozent auf gut 63 Euro zu, die Anteilscheine von Fresenius stiegen um fünf Prozent auf 46 Euro. Damit führten die beiden Unternehmen die Gewinnerliste im Dax an. Im dritten Quartal schnitt Fresenius besser als von Analysten erwartet ab. Das bereinigte Konzernergebnis erhöhte sich um zwei Prozent auf 453 Millionen Euro, währungsbereinigt stagnierte es. Fresenius setzte 8,9 Milliarden Euro um, ein Plus von acht Prozent - währungsbereinigt von sechs Prozent. Dabei kam dem Konzern ein starkes organisches Wachstum in allen Bereichen zugute.

Die auf Nachahmermedikamente spezialisierten Sparte Kabi wuchs stark in Schwellenländern und konnte damit ein schwächeres Quartal in Nordamerika ausgleichen. FMC erzielte ein Rekordwachstum in der Heimdialyse, die Patienten die Blutwäsche in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Der Umsatz des Dialysespezialisten stieg währungsbereinigt um fünf Prozent auf 4,38 Milliarden Euro, der bereinigte Konzerngewinn legte um zwei Prozent auf 363 Millionen Euro zu.

Auch die zu Fresenius gehörende Klinikkette Helios baute ihren Umsatz aus, sie musste aber einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Denn vor allem bei Helios fallen hohe Investitionen an, um die Klinikkette auf erwartete regulatorische Anforderungen in Deutschland vorzubereiten. Ambulante Angebote sollen zudem deutlich ausgebaut werden, neue Pflegekräfte eingestellt und die Abläufe im Krankenhaus weiter digitalisiert werden. Diese Ausgaben lasteten zwar vorübergehend auf den Margen, sollten sich langfristig für Helios aber auszahlen, erklärte Analyst Volker Braun vom Bankhaus Lampe.

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