September 25, 2018 / 6:21 AM / 24 days ago

Wirtschaft hofft auf Fußball-EM 2024 in Deutschland

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft verspricht sich von einer Fußball-Europameisterschaft 2024 im eigenen Land zusätzliche Geschäfte in Milliardenhöhe.

Soccer Football - International Friendly - Germany vs Peru - Wirsol Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim, Germany - September 9, 2018 Germany fans watch the team bus before the match REUTERS/Kai Pfaffenbach

“Das Sommermärchen von 2006 hat dem Handel einen geschätzten zusätzlichen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro gebracht”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Weltmeisterschaft vor zwölf Jahren. “Von einer EM in Deutschland sind ähnliche Effekte zu erwarten.”

Der europäische Fußball-Verband UEFA entscheidet am Donnerstag, wo das Turnier stattfindet. Neben Deutschland bewirbt sich die Türkei als Ausrichter. Deren Präsident Recep Tayyip Erdogan wird am Tag der Entscheidung zum Staatsbesuch in Berlin erwartet.

Eine Fußball-EM im eigenen Land könne sich positiv auf die Verbraucherstimmung auswirken. “Wenn es dann für die deutsche Mannschaft gut läuft, kaufen die Menschen neben Fanartikeln wie Trikots, Schals und Hüten auch mehr Lebensmittel und Getränke zum gemeinsamen Public Viewing und Grillen”, sagte Genth. “Das sind wertvolle Impulse für viele Branchen.” Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt das ähnlich ein: “Meisterschaften im eigenen Land schlagen erfahrungsgemäß auf das Wirtschaftswachstum durch”, sagte DIHK-Experte Volker Treier. Die WM 2006 beispielsweise habe rund ein Drittel-Prozentpunkt zum Wachstum beigetragen.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband drückt ebenfalls die Daumen und hofft auf eine Heim-EM. “Mannschaften, Veranstalter, Sponsoren und Partner, Journalisten, Mitarbeiter, aber natürlich auch die Fans werden in unseren Häusern schlafen und sich in unseren Betrieben gastronomisch verwöhnen lassen”, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. “Das ist gut für den Tourismus in Deutschland und damit insbesondere für seine Hauptleistungsträger Gastronomie und Hotellerie.” Nicht zu unterschätzen sind die langfristigen Wirkungen solcher Events. “Die Fußball-WM 2006 im eigenen Land ist ein hervorragendes Beispiel für die positiven Image-Effekte und die nachhaltigen Impulse für den Tourismusstandort Deutschland.”

Welche konkreten Umsatzeffekte von einer EM ausgingen, sei von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, ergänzte Hartges. Von Großveranstaltungen würden nicht alle Betriebe profitieren. So dürften dann weniger Tagungsveranstaltungen oder große Kongresse stattfinden. “Zudem wird es darauf ankommen, wie gut die deutsche Nationalmannschaft abschneidet und ob das Wetter für tolle Public-Viewing-Veranstaltungen mitspielt.”

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