July 12, 2017 / 9:51 AM / a year ago

Scholz bittet Hamburger um Entschuldigung

Hamburg (Reuters) - Vier Tage nach den gewalttätigen Ausschreitungen beim G20-Gipfel hat sich Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz bei den Einwohnern der Hansestadt entschuldigt.

Hamburg mayor Olaf Scholz is seen at the townhall during the G20 leaders summit in Hamburg, Germany July 8, 2017. REUTERS/Jens Buettner, Pool

Es sei nicht gelungen, an jedem Ort zu jeder Zeit die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten, räumte der SPD-Politiker in einer Regierungserklärung am Mittwoch ein. “Dafür, dass das geschehen ist, bitte ich die Hamburgerinnen und Hamburger um Entschuldigung.” Die Verantwortung liege bei einem “kriminellen Mob”, der Tote und Verletzte nicht nur in Kauf genommen, sondern gewollt habe. “Ich bin froh, dass kein Mensch ums Leben gekommen ist.” Auf Rücktrittsforderungen aus der Hamburger CDU ging er nicht ein.

Scholz dankte in seiner gut 30 Minuten langen Rede den über 20.000 Polizisten aus Hamburg und dem Bundesgebiet “für ihren heldenhaften Einsatz”. Beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer Ende vergangener Woche war es in Hamburg zu schweren Krawallen gekommen. Eine Schadensbilanz der Polizei liegt noch nicht vor. Der gemeinsam mit den Grünen regierende Bürgermeister hatte den G20-Gipfel vor dem Treffen mit dem jährlichen Hafengeburtstag verglichen und versprochen, dass es sicher zugehen werde.

SCHOLZ: ANGST UND TERROR NOCH IN DEN KNOCHEN

“Die Angst und der Terror, den die Gewalttäter verbreitet haben, steckt vielen noch in den Knochen - mir auch”, sagte Scholz. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass im Schanzenviertel in der Straße Schulterblatt nur durch den Einsatz von Spezialkräften die Ordnung habe wiederhergestellt werden können. “Nicht nur für die Anwohner waren dies quälende Stunden”, sagte Scholz. “Das war eine ganz, ganz bittere Situation. Und man möchte in niemandes Haut gesteckt haben, weder der Anwohner, der Ladenbesitzer noch der Polizistinnen und Polizisten, die in diesem Einsatz waren.”

Scholz verteidigte die Ausrichtung des G20-Gipfels in der Hansestadt. Wenn ein solches Treffen in Hamburg nicht stattfinden könne, ließe er sich künftig auch in keiner anderen europäischen Stadt veranstalten. Experten von Bund und Ländern hätten beim Sicherheitskonzept eng zusammengearbeitet. Es sei der größte Polizeieinsatz in der Nachkriegsgeschichte Hamburgs gewesen.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU in der Hamburger Bürgerschaft, Andre Trepoll, fordert Scholz auf, persönlich Verantwortung zu übernehmen: “Herr Scholz - treten sie zurück.”

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