July 20, 2020 / 6:43 AM / in 22 days

Gastgewerbe mit Umsatzsprung - "Lage bleibt verheerend"

The lobby of the Hotel Adlon is seen empty as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Berlin, Germany, April 7, 2020. Picture taken April 7, 2020. REUTERS/Axel Schmidt

Berlin (Reuters) - Gelockerte Corona-Schutzmaßnahmen haben dem deutschen Gastgewerbe im Mai zu einem Umsatzsprung verholfen.

Die Einnahmen stiegen um 45,2 Prozent im Vergleich zum April, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Allerdings liegen sie wegen der Pandemie nach wie vor deutlich unter denen des Vorjahreszeitraums: Sie fielen um 63,4 Prozent geringer aus als im Mai 2019. “Ursache waren die geltenden Verbote von Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels und anderen Ferien- und Freizeiteinrichtungen sowie die Schließungen der Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices im März und April 2020”, erklärten die Statistiker zu den Einbußen im Jahresvergleich. Zwischen dem 9. und 18. Mai wurden diese Regelungen nach und nach in allen Bundesländern gelockert.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht noch lange keine Rückkehr zur Normalität. “Aufgrund der Abstandsgebote und der strengen Corona-Schutzmaßnahmen gibt es weiterhin massive Umsatzausfälle”, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Diskotheken und Clubs etwa dürften nach wie vor nicht öffnen. “Ihre Lage ist unverändert verheerend.” Massiv betroffen seien auch die Stadt- und Tagungshotellerie sowie Eventcaterer, weil Tagungen, Messen und Veranstaltungen derzeit nicht stattfinden. “Die fehlenden Umsätze bedrohen die Existenz von zigtausenden Betrieben und Arbeitsplätzen”, sagte die Dehoga-Expertin.

Die Bundesregierung rechnet derweil mit einer deutlich schnelleren Erholung des Inlandstourismus gegenüber Fernreisen. Wegen der Reisebeschränkungen im Zuge der Pandemie werde das internationale Geschäft schwierig bleiben, sagte kürzlich Heinz-Dieter Quack, Leiter des Kompetenzzentrums Tourismus des Bundes. Beim Inlandstourismus werde 2022 gemessen am Umsatz wohl das Vorkrisen-Niveau von 2019 wieder erreicht, im internationalen Geschäft werde es zwei Jahre länger dauern. Das geht aus einer Umfrage unter mehr als 200 Experten der Branche hervor.

Die Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen nahmen im Vergleich zum Mai 2019 preisbereinigt 80,0 Prozent weniger ein. In der Gastronomie fiel der Umsatz um 54,6 Prozent. Innerhalb der Gastronomie lagen die Einnahmen der Caterer um 54,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

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