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Wirtschaftsnachrichten

Gastgewerbe mit Umsatzsprung - "Krise längst nicht vorbei"

The "Atlantic" hotel is pictured in Hamburg, Germany, June 21, 2017. Picture taken June 21, 2017. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Die Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen hat Hotels und Gaststätten im Juni zu einem Umsatzsprung verholfen.

Das Gastgewerbe nahm 63,5 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Februar 2020 - dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland - fiel der Umsatz allerdings um gut 42 Prozent niedriger aus. Auch in der Halbjahresbilanz klafft ein großes Loch: Von Januar bis Juni fielen die Einnahmen um 38,4 Prozent geringer aus als im Vorjahreszeitraum. “Die Krise ist längst nicht vorbei”, sagte deshalb der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Guido Zöllick.

Der Shutdown ab März habe riesige Löcher in die Bilanzen der Hotels und Restaurants gerissen, beklagte er. Der starke Juni-Zuwachs dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, “dass wir von Normalumsätzen noch weit entfernt sind”. Aufgrund von Abstandsgeboten und Kapazitätsbeschränkungen laufe das Geschäft auch nach der Wiedereröffnung nur gebremst. 60 Prozent der Betriebe sehen sich einer Verbandsumfrage zufolge in ihrer Existenz bedroht. Zöllick begrüßt deshalb die Vorschläge zur Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Regelung und der Überbrückungshilfen.

Überdurchschnittlich hohe Einbußen verzeichnete im ersten Halbjahr die Beherbergungsbranche mit einem Umsatzeinbruch von mehr als 48 Prozent. Insbesondere die Stadt- und Tagungshotellerie leidet, weil Kongresse, Messen und Veranstaltungen derzeit nicht stattfinden. In der Gastronomie fiel das Minus mit rund 33 Prozent geringer aus. “Hinter den Zahlen verbergen sich vielfältige Einzelschicksale”, sagte Zöllick. “Stadt- und Tagungshotels, kleine Restaurants und Bars sowie Event-Caterer, die mehr als 80 Prozent Umsatzverluste aufgrund fehlender Großveranstaltungen registrieren, stehen mit dem Rücken zur Wand.” Katastrophal sei auch die Stimmung bei Diskotheken und Clubs, für die es immer noch keine Öffnungsperspektive gebe.

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