April 19, 2013 / 4:39 PM / 5 years ago

Verdächtiger Brief an Gauck abgefangen und gesprengt

Berlin (Reuters) - Im Bundespräsidialamt ist offenbar ein Anschlag mit einer Briefbombe verhindert worden.

German President Joachim Gauck delivers his speech in presidential residence Bellevue Palace in Berlin, February 22, 2013. REUTERS/John Macdougall/Pool

Das Bundeskriminalamt und das Präsidialamt in Berlin bestätigten am Freitag, dass ein direkt an Bundespräsident Joachim Gauck adressierte Brief mit einer verdächtigen Substanz am Vormittag abgefangen und von der Bundespolizei gesprengt worden sei. Einer ersten Einschätzung zufolge habe die konkrete Gefahr bestanden, dass es zu einer Explosion kommt, sagte ein Sprecher von Bundespräsident Joachim Gauck. Das Staatsoberhaupt sei zu dem Zeitpunkt zwar in Berlin, nicht aber an seinem Amtssitz gewesen.

Aus Sicherheitskreisen verlautete von mehreren Stellen, bei der Substanz handele es sich möglicherweise um die organische Verbindung HMTD, die als hochexplosiv gilt. Genauen Aufschluss sollten die Untersuchungen im Labor ergeben.

Das Schreiben fiel laut dem Präsidentensprecher in der Poststelle bei einer Routinekontrolle auf. Die Bundespolizei habe daraufhin ein Sprengstoffkommando angefordert. Die Sprengung erfolgte am Mittag im Park von Schloss Bellevue. Die weiteren Ermittlungen liegen in der Hand des Bundeskriminalamts.

INNENMINISTER: KEIN GRUND FÜR SCHÄRFERE VORKEHRUNGEN

Das Bundespräsidialamt bestätigte, dass alle Mitarbeiter in einer per E-Mail verschickten Hausmitteilung zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen worden seien. Dies gelte insbesondere für diejenigen, die mit der Bearbeitung von Post zu tun hätten.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht allerdings keinen Anlass, die ohnehin hohen Sicherheitsvorkehrungen für die Regierung zu verschärfen. “Derzeit ist keine Veränderung der Sicherheitslage angesagt”, sagte ein Sprecher.

Im November 2010 war im Bundeskanzleramt ein aus Griechenland stammendes Paket mit Sprengstoff entdeckt und unschädlich gemacht worden. Die Paketbombe war damals an Kanzlerin Angela Merkel persönlich gerichtet gewesen. Niemand wurde verletzt. Innenminister Friedrich erhielt zu Beginn seiner Amtszeit zudem einen Umschlag mit einer Pistolenpatrone.

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