March 19, 2018 / 2:01 PM / 4 months ago

AOK dringt auf Spezialisierung im Kliniksektor

Berlin (Reuters) - Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) fordern eine stärkere Spezialisierung von Krankenhäusern, um Patienten bestmöglich zu behandeln und unnötige Todesfälle zu vermeiden.

An access to hospital of German healthcare company Rhon-Klinikum AG is pictured in Bad Neustadt near Fulda September 3, 2012. German healthcare conglomerate Fresenius has dropped its attempt to take over Rhoen-Klinikum after two other companies bought stakes to block the 3.1 billion-euro ($3.9 billion) merger of Germany's two biggest private hospital operators.REUTERS/Alex Domanski (GERMANY - Tags: BUSINESS HEALTH)

“Nicht nur bei Krebsoperationen, auch bei anderen planbaren Eingriffen wie Hüftprothesenoperationen und sogar in der Notfallversorgung ist eine stärkere Zentralisierung nötig und möglich”, sagte der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdo), Jürgen Klauber, am Montag in Berlin. So könnten die Qualität der Therapie erhöht und Überlebenschancen verbessert werden, betonte er bei der Vorlage des AOK-Krankenhaus-Reports. Rückendeckung bekommt er von der Union. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Karin Maag, sprach sich ebenfalls für eine stärkere Zentralisierung aus.

“Ein deutlicher Schritt wäre es bereits, wenn zukünftig Kliniken mit mehr als 500 Betten nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel in der Krankenhauslandschaft bilden”, sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Marin Litsch. Obwohl es schon heute möglich sei, die Klinikstrukturen bei der Krankenhausplanung qualitätsorientiert zu zentralisieren, machten die Bundesländer nur zögerlich davon Gebrauch.

Laut WIdO könnte etwa die Versorgung von Patienten mit Darmkrebs deutlich verbessert werden. 2015 seien in Deutschland rund 44.000 Darmkrebsoperationen in mehr als 1.000 Krankenhäusern vorgenommen worden. Doch von allen Kliniken, die diese Operation angeboten hätten, führte ein Viertel den Eingriff maximal 17 Mal im Jahr durch, ein weiteres Viertel hatte den Angaben zufolge zwischen 18 und 33 Eingriffe. Wenn nur noch zertifizierte Zentren beziehungsweise Krankenhäuser mit mindestens 50 solcher Eingriffe diese Operation erbringen dürften, blieben bundesweit 385 Kliniken dafür übrig. Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin warnte, warnte vor unnötigen Todesfällen wegen einer mangelnden Spezialisierung. Dabei verwies er etwa auf bessere Behandlungsmöglichkeiten für Herzinfarkt-Patienten.

Zwar werde es auch in Zukunft die notwendigen kleineren Krankenhäuser geben, “aber eben die notwendigen”, sagte die CDU-Politikerin Maag. Nötig sei, dass Spezialisierung stattfinde und nicht mehr jede Klinik alle Leistungen anbiete. Der bestehende Strukturfonds helfe bei der Umwandlung von Abteilungen. Krankenhäuser, die im ländlichen Raum gebraucht würden aber mangels Masse nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten, sollten etwa durch Versorgungszuschläge unterstützt werden.

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