May 8, 2018 / 9:59 AM / 17 days ago

Ärztepräsident macht Kompromissvorschlag im Streit über Abtreibungen

Erfurt/Berlin (Reuters) - Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery plädiert im Koalitionsstreit über das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche für einen Kompromiss.

The head of the German Medical Association Frank Ulrich Montgomery (Bundesaerztekammer) shows his organ donation card to reporters before a crisis session to review the distribution praxis of donated organs in Berlin, August 9, 2012. The meeting was held on Thursday following a scandal in at least two hospitals where patients received preferred treatment against an additional fee. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: HEALTH)

Es könne nicht angehen, dass Menschen, die sich in einer Notlage befänden, in der heutigen, kommunikationsgetriebenen Zeit nur schwerlich an Informationen, Beratungen und Adressen kämen, sagte er am Dienstag zur Eröffnung des Deutschen Ärztetages in Erfurt. Zugleich bräuchten die Mediziner Rechtssicherheit. Eine rechtssichere Lösung könne sein, von einer unabhängigen Stelle mit gesetzlichem Auftrag ein leicht zugängliches Internetportal einzurichten. Dort sollten sich Frauen über den Eingriff, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Beratungsinstanzen sowie Ärztinnen und Ärzte informieren können.

Montgomery kündigte zudem eine Debatte beim Ärztetag darüber an, ob Ärzte Patienten künftig ausschließlich online über Medien wie Skype behandeln dürfen. Diskutiert werde dazu ein Vorschlag zur Berufsordnung. Der Ärztepräsident mahnte aber, die Möglichkeit des direkten Arzt-Patienten-Kontakts müsse weiter flächendeckend gewährleistet sein.

Montgomery kritisierte zudem, dass Berufserlaubnisse und Approbationen für Ärzte aus Drittstaaten außerhalb der EU in Deutschland überwiegend allein auf der Grundlage vorgelegter Zeugnisse und einer kurzen Kenntnisprüfung erfolgten. Im Interesse des Patientenschutzes seien hier Qualitätsnachweise zum Kenntnisstand erforderlich.

Kritik übte der Ärztekammer-Präsident außerdem an Plänen der Koalition, die Pflichtstundenzahl der Vertragsärzte für gesetzlich Versicherte zu erhöhen, um ihnen schnellere Termine zu ermöglichen. Es gebe eine große Diskrepanz in der Gesellschaft zwischen dem “gefühlten Problem”, einen Termin beim Arzt zu bekommen und der Realität der wirklich Kranken.

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