May 8, 2018 / 11:29 AM / 6 months ago

Spahn fordert mehr Sprechstunden für Kassenpatienten

German Health Minister Jens Spahn attends a cabinet meeting in Berlin, Germany March 28, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin/Erfurt (Reuters) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat von den Ärzten mehr Sprechstunden für gesetzlich versicherte Patienten gefordert und im Gegenzug eine höhere Vergütung in Aussicht gestellt.

Es werde zu oft ein Unterschied zwischen gesetzlich und privat Versicherten gemacht, kritisierte Spahn am Dienstag auf dem Deutschen Ärztetag in Erfurt. Er wisse, dass viele Ärzte mehr als die vorgeschriebenen 20 Sprechstunden anböten. Dies sollte als Ermunterung verstanden werden für diejenigen, die noch nicht so viel leisteten, sagte Spahn unter Protest des Publikums.

Seine Wahrnehmung sei nicht, dass das Problem nur ein gefühltes der Kassenpatienten sei. Der CDU-Politiker widersprach damit Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery, der sich gegen die Pläne der Koalition gewandt hatte, die Pflichtstundenzahl der Ärzte für gesetzlich Versicherte zu erhöhen. Es gebe eine große Diskrepanz in der Gesellschaft zwischen dem gefühlten Problem, einen Termin beim Arzt zu bekommen und der Realität der wirklich Kranken, sagte Montgomery. Die vorgesehene Erhöhung der Pflichtsprechstundenzahl erscheine ihm angesichts der hohen Arbeitslast der meisten Vertragsärzte eher stimmungs- als “weltverändernd”.

Nach Meinung Spahns sollten aber Ärzte nicht auch noch bestraft werden, wenn sie zusätzliche Patienten aufnehmen oder schneller Termine anbieten. Stattdessen sollte diese gut und außerhalb des Budgets vergütet werden. “Das steht doch völlig außer Frage, für mich jedenfalls.” Weitere Details nannte Spahn dazu zunächst nicht. Dagegen blockte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Forderung ab, dass zusätzliche Sprechstunden etxra bezahlt werden. “Über die ohnehin gute Vergütung hinaus kann es dafür, dass ein Arzt für den direkten Patientenkontakt zur Verfügung steht, keine Bonuszahlungen geben”, sagte Vizechef Johann-Magnus von Stackelberg.

SPAHN GEGEN ONLINE-BEHANDLUNG DURCH US-INTERNETRIESEN

Der Gesundheitsminister forderte die Ärzte in Deutschland zudem zu einem gemeinsamen Konzept zur Online-Behandlung von Patienten auf. “Ich möchte am Ende nicht, dass Apple Health dafür sorgt, dass ein Bedürfnis von Patienten beantwortet wird.” Das Bedürfnis sei ebenso vorhanden wie das Angebot anderer Internetkonzerne wie Amazon oder Google. Der Goldstandard bleibe zwar der direkte Kontakt zwischen Arzt und Patient. Es gebe aber genug Abklärungsfragen, die in einer konkreten Lage online geregelt werden könnten.

Montgomery hatte zuvor gemahnt, dass die Möglichkeit des direkten Kontakts zwischen Arzt und Patient weiter flächendeckend gewährleistet sein müsse. Bislang ist eine Fernbehandlung per Videochat oder Telefon nur möglich, wenn es mindestens ein Mal einen leibhaftigen Kontakt zwischen Arzt und Patient gegeben hat. Über Änderungen der Berufsordnung soll auf dem Ärztetag beraten werden.

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