19. September 2017 / 12:01 / vor einem Monat

Deutsche mehrheitlich mit medizinischer Versorgung zufrieden

Die Johanniter rescue helicopter "Christoph Mittelhessen" is refuelled at the rescue center base in Reichelsheim, Germany October 10, 2015. Rescue helicopter "Christoph Mittelhessen" is not only used for primary emergency missions after accidents or disasters but also to transfer special cases from one hospital to another across Germany due to its spacious passenger and doctor compartment and its long range. Picture taken October 10. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Drei Viertel der Deutschen sind einer Studie zufolge mit ihrer medizinischen Versorgung zufrieden.

In einer Reuters am Dienstag vorliegenden Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Bürgern gaben 19 Prozent der Befragten an, dass sie mit der Versorgung “sehr zufrieden” seien, 56 Prozent zeigten sich “einigermaßen zufrieden”. Unter privat Versicherten halten sogar fast 90 Prozent die medizinische Versorgung für gut. Ostdeutsche sind tendenziell unzufriedener mit den medizinischen Leistungen als Westdeutsche.

Von den Befragten wünschten sich 58 Prozent schnellere Termine bei Fachärzten. 47 Prozent sehen bei der Sicherung der ärztlichen Versorgung auf dem Land mit den größten Handlungsbedarf. In der Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal sehen 43 Prozent der Befragten eine vordringliche Aufgabe. 30 Prozent heben die Sicherung auch kleinerer Krankenhäuser in ländlichen Regionen hervor. Die Digitalisierung zählt nur für 12 Prozent zu einem der drei Felder mit dem größten Handlungsdruck. “Unsere Analyse zeigt, dass die großen Probleme des Gesundheitswesens längst bei den Versicherten angekommen sind”, sagte PwC-Gesundheitsexperte Michael Burkhart.

Für eine Bürgerversicherung, wie sie SPD und Grüne einführen wollen, sprechen sich knapp die Hälfte (46 Prozent) der Befragten aus. 16 Prozent sind gegen eine solche Krankenversicherung für alle, 28 Prozent haben dazu keine Meinung. Die Befürworter sehen als Hauptgrund für die Einführung der Bürgerversicherung mehr Fairness, Gleichheit und Einheitlichkeit.

LANGE WARTEZEITEN SORGEN FÜR KRITIK

Der Hausarzt genießt bei den Deutschen ein hohes Vertrauen. 47 Prozent sind mit dem Zugang zu seinen Leistungen in punkto Wartezeit auf einen Termin und räumliche Nähe “sehr zufrieden”. 40 Prozent äußerten sich “einigermaßen zufrieden”. Kritischer werden jedoch Fachärzte und Kliniken bewertet: Bei Wartezeiten auf einen Termin und der räumlichen Nähe zeigten sich nur 15 Prozent mit Krankenhäusern “sehr zufrieden” und 44 Prozent “einigermaßen zufrieden”. Bei den Fachärzten gaben sogar nur 13 Prozent an, “sehr zufrieden” zu sein. 39 Prozent sind “einigermaßen zufrieden”. 46 Prozent äußerten sich über Wartezeiten und Erreichbarkeit der Fachärzte unzufrieden.

Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) fühlen sich über ihre Gesundheit gut informiert, 13 Prozent davon sehr gut. Wenn Versicherte sich über Gesundheit informieren, steht der Hausarzt an erster Stelle - weit vor Nachforschungen bei Google. Während 70 Prozent ihren Hausarzt ansprechen, landet das Internet mit 49 Prozent nur auf dem zweiten Platz der beliebtesten Informationsquellen.

Im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesen können sich die Deutschen am ehesten den Einsatz der elektronischen Patientenakte vorstellen. 60 Prozent begrüßen die auf längere Sicht geplante Einführung dieser Anwendung, nicht einmal jeder Zehnte ist dagegen.

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