October 25, 2019 / 6:19 AM / 24 days ago

GfK - Konsumklima eingetrübt wie seit drei Jahren nicht mehr

The moon is seen above the Quadriga of the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, September 20, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft drücken das Verbrauchervertrauen in Deutschland auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Für November prognostizieren die Marktforscher der GfK einen Rückgang ihres Konsumklima-Barometers um 0,2 auf 9,6 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen stabilen Wert erwartet. Neben bekannten Risikofaktoren wie schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Brexit-Chaos häuften sich Meldungen über den Abbau von Arbeitsplätzen - etwa in der Autoindustrie, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Freitag zu dem per Umfrage unter 2000 Konsumenten ermittelten Indikator. “Die Stimmung der Verbraucher ist durch diese Ereignisse wieder stärker getrübt und der Optimismus schwindet.”

Die Verbraucher schätzten die Konjunkturaussichten so negativ ein wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. “Das Risiko, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, ist nach Einschätzung der Verbraucher zuletzt wieder größer geworden”, sagte Bürkl. “Die globale Abkühlung der Konjunktur, die vor allem die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft, in Verbindung mit dem Handelskonflikt wird auch die deutsche Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen.” Die schlechteren Konjunkturaussichten dämpften den dritten Monat in Folge die Einkommenserwartungen. Diese fielen so negativ aus wie seit fast sechs Jahren nicht mehr.

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ließ nach, ist aber nach wie vor hoch. “Die Konsumlaune profitiert offenbar zum einen von der noch guten Arbeitsmarktlage und Einkommensentwicklung sowie von einer nach wie vor sehr geringen Sparneigung”, sagte Bürkl. “Die Niedrigzinspolitik der EZB macht die bewusste Geldanlage wenig attraktiv und stützt damit die Konsumneigung.”

Ökonomen gehen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Quartal erneut geschrumpft ist. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in einer Rezession stecken. “Dennoch wird der private Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleiben – unter der Voraussetzung, dass die gegenwärtigen Krisenherde nicht weiter eskalieren und Politik und Wirtschaft der zunehmenden Angst vor Jobverlust entgegentreten”, sagte Bürkl.

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