March 26, 2020 / 7:07 AM / 3 days ago

Verbraucherstimmung bricht ein - "Konsumklima von Corona-Virus infiziert"

A person is seen inside an empty shopping mall during a partial lockdown in Leverkusen, Germany, March 20, 2020, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Berlin (Reuters) - Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist in der Corona-Krise so gedrückt wie seit der Weltfinanzkrise nicht mehr.

Für April prognostizierten die Marktforscher der GfK am Donnerstag einen Rückgang ihres Konsumklima-Barometers um 5,6 Zähler auf 2,7 Punkte - der niedrigste Wert seit Mai 2009. GfK-Experte Rolf Bürkl sprach gegenüber Reuters TV von einem “beispiellosen” Absturz: “Aktuell stellen wir fest, dass das Konsumklima auch schwer durch das Corona-Virus infiziert wurde”. Deutschland werde in ein schwere Rezession stürzen, die mindestens das Ausmaß von der Finanzkrise annehmen werde.

Zum Vergleich: 2009, als die Konjunktur hierzulande mit voller Wucht von der Weltfinanzkrise getroffen wurde, schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent. Auch der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, rechnet mit einer schweren Rezession in diesem Jahr, aber keinem Einbruch von mehr als zehn Prozent. Solch düstere Aussichten schüren Furcht vor Arbeitsplatzverlust: Jeder zweite Deutsche bangt einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos zufolge wegen der Pandemie um seinen Job.

Für GfK-Experte Bürkl ist dies nachvollziehbar: “Die Wirtschaft hat eine Vollbremsung eingelegt. Geschäfte sind geschlossen, viele Mitarbeiter sind bereits in Kurzarbeit.” Die Verbraucher sehen laut den Nürnberger Marktforschern wirtschaftlich “sehr schwierige Zeiten” auf Deutschland zukommen. Das Barometer für die Konjunkturerwartung büßte aktuell 20,4 Zähler ein und rutschte auf minus 19,2 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im August 2012 gemessen. Auch die Bereitschaft zur Anschaffung teurer Güter wie etwa Möbel und Autos ging in der Krise deutlich zurück: Das entsprechende Barometer fiel auf 31,4 Punkte von 53,6 Zählern im Februar. “Auf den Handel insgesamt werden schwere Zeiten zukommen”, so das Fazit der GfK.

Allerdings habe die Viruskrise dem Lebensmitteleinzelhandel Ende Februar noch einen Umsatzsprung beschert - wegen Hamsterkäufen. “Dieser Trend wird auch im März und unter Umständen in den Folgemonaten anhalten.” Die Stilllegung des öffentlichen Lebens führe auch zu einer Verlagerung des Außer-Haus-Konsums in den privaten Bereich und lasse die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr steigen, so GfK-Handelsexperte Robert Kecskes: “Mittel- und langfristig wird sich auch der Lebensmitteleinzelhandel auf die wirtschaftlich unsichere Lage der Konsumenten einstellen müssen.”

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