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Wirtschaftsnachrichten

Furcht vor Corona-Beschränkungen trübt Konsumlaune

People are seen at the Rhein Center shopping mall after the re-opening of the borders, amid the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Weil am Rhein, Germany June 15, 2020. REUTERS/Arnd Wiegmann

Berlin (Reuters) - Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland trübt sich die Konsumstimmung überraschend ein.

Die Nürnberger GfK-Marktforscher sagen nach drei deutlichen Anstiegen in Folge für September einen Rückgang ihres Barometers voraus - und zwar um 1,6 Punkte auf minus 1,8 Zähler. Die Furcht vor einer Verschärfung der Corona-bedingten Beschränkungen sorge für Verunsicherung und drücke folglich auf die Stimmung, erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der am Freitag veröffentlichten Umfrage unter rund 2000 Verbrauchern.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist hierzulande nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen 24 Stunden um 1571 auf 239.507 gestiegen. Am Vortag waren 1507 Neuinfektionen gemeldet worden. Bund und Länder wollen mit einem verschärften Kurs eine zweite Welle bei Neuinfektionen im Herbst abwenden. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich besorgt über einen möglichen erneuten Anstieg im Herbst.

Die Eintrübung der Verbraucherstimmung kam für die von Reuters befragten Experten überraschend, da sie sich auf einen Anstieg auf 1,2 Zähler eingestellt hatten. Dabei schwang offenbar auch die Hoffnung mit, dass die im Juli in Kraft getretene Mehrwertsteuersenkung die Konsumneigung stützen würde. GfK-Experte Bürkl geht jedoch davon aus, dass die Senkung aktuell noch kein starker Impulsgeber ist: “Ob es sich nur um eine vorübergehende Eintrübung der Verbraucherstimmung handelt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens und den von der Politik zu ergreifenden notwendigen Maßnahmen ab.”

KEIN GROßER SCHLUCK AUS LOHNPULLE

Besonders deutlich zeigt sich die Verunsicherung der Verbraucher bei deren Einkommenserwartung, die nach drei Anstiegen in Folge nun wieder nachließ. Hinzu kommt, dass die Verdienste für Millionen Beschäftigte mit einem Tarifvertrag im zweiten Quartal so langsam gestiegen sind wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Grundvergütungen und die durch Tarifabschlüsse festgelegten Sonderzahlungen legten um 1,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch wenn das Plus deutlich kleiner ausfiel als zu Jahresbeginn mit 3,2 Prozent, so lag es dennoch deutlich über der Inflationsrate im Frühjahr von 0,8 Prozent.

Laut GfK ist die Bereitschaft der Bürger zur Anschaffung kostspieliger Güter wie etwa Autos, Computern oder Möbeln ungebrochen: Das entsprechende Barometer der GfK stieg um 1,2 Zähler: Mit 43,7 Punkten liegt der Indikator nur noch gut fünf Zähler unter dem Wert des Vorjahres.

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