July 23, 2020 / 6:03 AM / 23 days ago

Konsumklima hellt sich zusehends auf - Steuersenkung hilft

New 100 and 200 euro banknotes are displayed in Vienna, Austria, September 17, 2018. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Berlin (Reuters) - Nach dem Corona-Schock bessert sich die Konsumstimmung in Deutschland zusehends.

Für August sagen die GfK-Marktforscher einen Anstieg ihres Barometers um gut neun Punkte auf minus 0,3 Zähler voraus - der dritte spürbare Anstieg in Folge. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 5,0 Punkte gerechnet. Für das Konsumklima zeichnet sich laut GfK gegenwärtig eine “V-förmige Entwicklung” ab. Das heißt: Auf einen scharfen Einbruch der Konsumstimmung folgt unmittelbar eine rasche Erholung. “Zum überaus positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei”, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Donnerstag. Die Verbraucher beabsichtigten offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen.

Doch Bürkl bezweifelt, dass die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung einen nachhaltigen Effekt haben wird: “Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt.”

Der Einzelhandel erhofft sich von der seit Anfang des Monats geltenden Steuersenkung allenfalls eine marginale Belebung. Sie bringe “nicht den Wumms nach vorne im Einzelhandel”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Lobbyverbands HDE, Stefan Genth, jüngst. Er befürchtet für 2020 ein dickes Umsatzminus von vier Prozent. Die Krise reiße bei vielen Händlern große Löcher, und das Geld werde vielerorts knapp.

Das Ifo-Institut geht davon aus, dass auch vom Konjunkturprogramm der Bundesregierung insgesamt keine allzu großen Wachstumswirkungen zu erwarten sind. Der Wachstumsimpuls sei im Jahr 2020 mit voraussichtlich 30 Milliarden Euro deutlich kleiner als die damit verbundenen Kosten von 88 Milliarden Euro, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Unabhängig davon gewinnen die Verbraucher laut GfK aber offenbar vermehrt den Eindruck, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem überschaubaren Zeitrahmen erholen kann. Dies setze allerdings voraus, dass die Infektionszahlen in Deutschland niedrig blieben und eine zweite Welle ausbleibe. Denn ein weiterer Lockdown würde alle Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung sehr schnell zunichtemachen.

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