June 26, 2018 / 8:26 AM / 5 months ago

Google bringt Bezahldienst Google Pay auf den deutschen Markt

The logo of Google is pictured during the Viva Tech start-up and technology summit in Paris, France, May 25, 2018. REUTERS/Charles Platiau

Berlin (Reuters) - Google will mit einem neuen Angebot das mobile Bezahlen in Deutschland aus seinem Nischendasein herausholen.

Google Pay ermögliche das Bezahlen innerhalb von Apps und Internetseiten, bei Google-Diensten wie beispielsweise YouTube sowie in Geschäften, die bargeldloses Bezahlen unterstützten, teilte der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber am Dienstag mit. Um in einem Laden mit dem Smartphone statt mit dem Portemonnaie zu bezahlen, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt werden.

Zum einen muss das Geschäft über eine NFC(Near Field Communication)-fähige Kasse verfügen und zum anderen muss der Kunde ein Smartphone sowie ein Google-Konto besitzen, bei dem eine Master- oder Visakarte der Commerzbank, der Comdirect, der Internetbank N26 oder des Wirecard-Angebots boon hinterlegt ist. Girokarten (EC-Karten) werden bisher nicht berücksichtigt. “Das ist aber ein Thema für die Zukunft”, sagte Torsten Daenert von der Commerzbank.

DEUTSCHE BANK NIMMT BISHER NICHT TEIL

“Im Laufe der Zeit werden sich mehr Banken beteiligen”, versprach der zuständige Google-Manager für Zentraleuropa, Philipp Justus, der keine Prognose abgeben wollte, wie viele Leute sich insgesamt fürs bargeldlose Bezahlen anmelden könnten. Fest stehe, dass bald auch die LBBW und das Banking-Startup Revolut an Bord sind. Bisher bezahlen die Deutschen am liebsten bar. Fast drei Viertel ihrer Einkäufe begleichen Verbraucher mit Scheinen und Münzen. Nur sieben Prozent der Deutschen haben schon einmal mit dem Smartphone ihre Rechnungen beglichen, wie eine Untersuchung der Bundesbank ergab.

Bitkom-Finanzexperte Julian Grigo ist sich sicher, dass sich das mobile Bezahlen langfristig in Deutschland durchsetzt: “Das Smartphone ist einfach das Gerät, das wir immer bei uns tragen.” Zudem gebe es Sicherheitsvorteile, weil Transaktionen authentifiziert werden müssen und das Smartphone schwerer geknackt werden könne. Aber die Vorbehalte der Endverbraucher seien derzeit noch groß. “Allein mit Google Pay erwarten wir keinen Dammbruch-Effekt. Dafür müssen große Allianzen geschmiedet werden”, sagte Grigo. Comdirect-Vertriebsvorstand Matthias Hach sagte, “das Zauberwort ist Akzeptanz im Handel”. Bisher habe der Kunde lange suchen müssen. Jetzt seien aber bereits 90 Prozent aller Mastercard-Terminals NFC-fähig.

Die Versuche in der Vergangenheit, das mobile Bezahlen aus seinem Schattendasein zu holen, sind mehr oder weniger im Sande verlaufen. So stellten die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 ihre digitalen Geldbörsen (“Wallets”) ein. Weiterhin im Rennen sind unter anderem Payback, Paypal oder die Deutsche Bank mit einem eigenen Angebot. Sie lauern genauso wie Google auf den Markteintritt von Apple Pay, das bereits in zahlreichen Nachbarländern verfügbar ist. Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen ihren Kunden ab August das kontaktlose Bezahlen mit dem Handy ermöglichen.

Mit Deutschland ist Google Pay nun in 19 Ländern verfügbar. Die US-Amerikaner verdienen nach eigenen Angaben an Transaktionen über ihren Dienst nichts. Google verstehe sich als Bindeglied, sagte Google-Manager Spencer Spinnell.

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