January 8, 2019 / 2:24 PM / 2 months ago

Seehofer prüft Frühwarnsystem für Datenklau

Interior Minister Horst Seehofer address the media during a news conference in Berlin, Germany, January 8, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung prüft nach dem Hacker-Angriff auf zahlreiche deutsche Politiker ein Frühwarnsystem für derartige Taten.

“Wir wollen alles Mögliche in Bewegung setzen, dass sich solche Fälle möglichst nicht wiederholen können”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer am Dienstag in Berlin. “Wir prüfen deshalb die Schaffung einer Früherkennung zum Schutz vor Datenabfluss - zum Beispiel Sperrung eines Twitter-Accounts, der illegal Daten Dritter verbreitet.” Zudem sollten die Bürger verstärkt auf die Gefahren im Netz hingewiesen werden. Die Löschung der durch den mutmaßlichen Hacker verlinkten Dokumente dauere unterdessen an. Teilweise seien die Daten bereits vor längerer Zeit schon einmal veröffentlicht worden. “Grundsätzlich ist anzumerken, dass es leider unwahrscheinlich ist, die Verbreitung der Daten gänzlich zu unterbinden, da Dritte die Daten erneut an beliebigen Stellen veröffentlichen können”, erklärte der CSU-Politiker.

Das Ausspähen von Daten sei ein Massendelikt, warnte der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch. Das Hauptproblem seien schlechte Passwörter. Ein 20-jähriger Verdächtiger aus Hessen hatte zuvor nach BKA-Angaben gestanden, massenweise persönliche Daten von Politikern ausgespäht und über Twitter veröffentlicht zu haben. Bei der Vernehmung habe der Mann angegeben, allein gehandelt zu haben, erklärte das BKA in Wiesbaden. Hinweise auf eine Beteiligung Dritter hätten sich bisher nicht ergeben. “Zu seiner Motivation gab der Beschuldigte an, aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben”, erklärten die Ermittler. Computer und Datenspeicher des Mannes, die bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt worden seien, würden derzeit ausgewertet. Der Verdächtige sei mangels Haftgründen am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

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