March 28, 2019 / 10:38 AM / 3 months ago

Ex-Landesbank HCOB besiegelt Abbau von fast der Hälfte der Jobs

The office of HSH Nordbank is seen in Hamburg, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Hamburg (Reuters) - Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat den geplanten Abbau von rund 44 Prozent ihre Arbeitsplätze unter Dach und Fach gebracht und will nach der Privatisierung 2019 einen kleinen Gewinn machen.

Die frühere HSH Nordbank teilte am Donnerstag mit, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum Interessenausgleich und Sozialplan seien erfolgreich abgeschlossen. “Alles ist eingetütet, jetzt geht es in die Umsetzung hinein”, sagte HCOB-Chef Stefan Ermisch zur Vorlage der Bilanz für 2018. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten soll von 1716 Ende 2018 bis 2022 auf rund 955 sinken. Für das laufende Jahr peilt die Bank ein leicht positives Vorsteuerergebnis an, nach 97 Millionen Euro 2018.

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die HSH Nordbank in der Schiffs- und Finanzkrise mit Milliardenhilfen vor dem Aus retten. Auf Druck der EU verkauften sie ihre Landesbank für rund eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers. Unter den neuen Eigentümern soll die Bank deutlich kleiner und schlagkräftiger werden. So soll die Rendite von etwa zwei Prozent auf über acht Prozent steigen. Deshalb soll es einen drastischen Personalabbau geben, auch weil Aktivitäten ausgelagert oder aufgegeben werden.

Im vergangenen Jahr hat die Bank Gläubiger an den Kosten für den Konzernumbau beteiligt und deshalb noch Gewinn gemacht. Ursprünglich hatte die Bank 100 Millionen Euro Verlust erwartet. Kurz nach der Privatisierung kündigte sie aber Hybridinstrumente und stellte durch Bewertungseffekte einen Gewinn nach dem Bilanzstandard IFRS in Aussicht.

Im Streit über die Bewertung von Anleihen fordert eine Gruppe von Gläubigern von der HCOB eine Milliarde Euro und hat bereits Klage eingereicht. Samt indirekt begebenen Anleihen beläuft sich die Forderung den Investoren zufolge auf 1,4 Milliarden Euro. Die Gläubiger der Hybridinstrumente werfen den neuen HCOB-Eigentümern vor, sich auf ihre Kosten zu bereichern. Die ehemalige Landesbank habe den Wert der Papiere unzulässig heruntergeschrieben. Bei Hybridkapital handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Deshalb haften Gläubiger hier oft für Verluste mit.

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