April 13, 2018 / 1:05 PM / 5 months ago

Deutsche Firmen sehen so hohe Handelshürden wie noch nie

Berlin (Reuters) - Deutschlands international ausgerichtete Unternehmen haben schon vor der Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China so stark über zunehmende Hürden geklagt wie noch nie.

An overall view of the assembly line where the BMW X4 is made at the BMW manufacturing plant in Spartanburg, South Carolina March 28, 2014. German luxury carmaker BMW will soon announce plans to build its X7, a large crossover vehicle with three rows of seats, in South Carolina where its plant will undergo an upgrade costing several hundred million dollars, sources said on Friday.REUTERS/Chris Keane (UNITED STATES - Tags: TRANSPORT BUSINESS)

40 Prozent registrierten in den vergangenen zwölf Monaten mehr Hemmnisse im Warenaustausch, wie eine seit 2005 jährlich durchgeführte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ergab. “Das ist ein deutliches Alarmsignal”, warnte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Freitag in Berlin. “Bereits in den letzten Jahren waren etliche zusätzliche Zertifizierungen und Sicherheitsanforderungen hinzugekommen. Jetzt erfolgt der Griff zu den Zöllen.” Der DIHK hatte im Februar über 2100 Unternehmen befragt, also noch vor der Zuspitzung des Handelsstreits im März. “Die Verunsicherung wird noch weiter zunehmen”, sagte Schweitzer deshalb.

Trotz des von den USA befeuerten Zollstreits ist die Zuversicht deutscher Firmen im Auslandsgeschäft zuletzt gewachsen - auch wegen der Steuersenkungen in den Vereinigten Staaten. “Ein Viertel der auslandsaktiven Unternehmen erwarten eine bessere Entwicklung ihrer Geschäfte, zehn Prozent eine Verschlechterung”, so das Kernergebnis der Umfrage. “Das Wachstum in wichtigen Regionen wie der Euro-Zone und in Asien sorgt für gute Geschäfte.” Die Einschätzungen seien damit deutlich positiver als im Vorjahr.

Wegen des drohenden Handelskriegs und des deutlich stärkeren Euro, der deutsche Waren in anderen Währungsräumen verteuert, könnten die Exporte in diesem Jahr aber nicht so stark wachsen wie angesichts der guten Weltkonjunktur eigentlich möglich. “Wir werden uns strecken müssen, um die Exportprognose von etwas mehr als sechs Prozent Wachstum zu erreichen”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Die Welthandelsorganisation WTO hob ihre Prognose für das Wachstum des globalen Warenaustauschs in diesem Jahr gerade erst von 3,2 auf 4,4 Prozent an. “Es bestehen eigentlich alle Chancen, dass sich 2018 das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen insgesamt weiter positiv entwickelt”, so Schweitzer. “Die Unternehmen sehen aber auch Risiken, insbesondere in der Wirtschafts- und Handelspolitik einzelner Länder. Es droht, etwas ins Rutschen zu geraten, denn immer mehr Staaten wollen sich abschotten.” Das gelte vor allem für Russland, aber auch etwa für die Türkei.

Sollte sich der Zollkonflikt mit den USA verschärfen, drohten deutschen Firmen Einbrüche bei ihren Geschäften in den Vereinigten Staaten - dem mit Abstand größten Abnehmer von Waren “Made in Germany”. Allerdings hätten sich deren Aussichten auf dem US-Markt zuletzt trotz der jüngsten Unsicherheiten nach einem Einbruch im Vorjahr wieder stabilisiert.

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