February 8, 2018 / 7:33 AM / in 14 days

Deutschland verfehlt 2017 Rekordmarke beim Exportüberschuss

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr dank stärker anziehender Importe erstmals seit 2009 ihren Exportüberschuss verringert.

Damit dürfte die internationale Kritik etwas abflauen. Experten rechnen für 2018 allerdings mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Produkten “Made in Germany”.

Die Ausfuhren übertrafen 2017 die Einfuhren um 244,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Der Höchstwert wurde 2016 mit 248,9 Milliarden Euro erreicht. “Deutschland hat damit einen gewissen Strukturwandel vollzogen. Der gesunkene Exportüberschuss im Jahr 2017 ist ein Symptom dafür”, sagte BayernLB-Volkswirtin Christiane von Berg. Zudem dürfte der starke Euro die Nachfrage nach deutschen Gütern zum Jahresende hin etwas gebremst haben. “US-Präsident Donald Trump, dem der deutsche Exportüberschuss ohnehin ein Dorn im Auge ist, dürfte es freuen.”

Deutschland steht wegen seiner enormen Exportüberschüsse international seit Jahren unter Druck. Trump hatte deshalb exportstarken Nationen wie auch China mit Strafzöllen gedroht. Zuletzt hatte auch IWF-Chefin Christine Lagarde den deutschen Außenhandelsüberschuss als zu hoch kritisiert.

Die deutschen Exporte legten dem Statistikamt zufolge 2017 um 6,3 Prozent zu, die Importe stiegen um 8,3 Prozent. Einfuhren und Ausfuhren übertrafen jeweils die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2016. “Das Wachstum im deutschen Außenhandel verdanken wir der weltweiten konjunkturellen Belebung”, sagte Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). “Die Nachfrage nach deutschen Produkten zog auf allen Kontinenten deutlich an.”

Sie kam auch Maschinenbauern zugute. In der von vielen Mittelständlern geprägten Branche stieg die Produktion 2017 um 3,1 Prozent auf 212 Milliarden Euro, wie der Verband VDMA mitteilte. Der Umsatz sei schätzungsweise auf 224 Milliarden Euro geklettert. Die Nachfrage sei vor allem aus den USA und China gekommen - den beiden wichtigsten Exportmärkten der Branche. Auch der Hamburger Hafenkonzern HHLA konnte dank der Stärke der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn steigern.

DEUTSCHE PRODUKTE AUCH 2018 GEFRAGT

Auch im laufenden Jahr dürfte die deutsche Wirtschaft kaum an Schwung verlieren. So erwartet der Außenhandelsverband BGA früheren Angaben zufolge für 2018 bei den Exporten wieder einen Rekordwert: Die Ausfuhren werden demnach wohl um fünf Prozent auf rund 1,34 Billionen Euro steigen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet wegen der anziehenden Weltwirtschaft ebenfalls mit einem Anstieg der Ausfuhren um mindestens sechs Prozent. “Vor allem mit unseren wieder erstarkten Nachbarn in Europa entwickeln sich die Ausfuhren dynamisch”, hatte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier Reuters jüngst gesagt. “Aber auch Schwellenländer wie China, Indien oder Russland entfalten wieder eine stärkere Nachfrage nach Produkten ‘Made in Germany’.”

Chinas Außenhandel ist unterdessen mit unerwartet starken Zuwächsen in das Jahr 2018 gestartet. Nach Daten der Zollbehörden legten die Ausfuhren im Januar verglichen mit dem Vorjahr um 11,1 Prozent zu. Die Importe schnellten sogar um 36,9 Prozent in die Höhe. Der Handelsüberschuss ging auf 20,34 Milliarden Dollar zurück, das ist der niedrigste Wert seit einem Defizit im Februar 2017. Allerdings sind die Aussichten 2018 für China wegen der Handelsstreitigkeiten mit den USA unsicher.

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