March 31, 2010 / 3:28 PM / 9 years ago

Hafenkonzern HHLA verschärft Sparkurs - kappt Dividende

Hamburg (Reuters) - Der Hafenlogistikkonzern HHLA verschärft angesichts der Flaute im Welthandel den Sparkurs.

Der Eurogate-Rivale kündigte am Mittwoch bei der Bilanzpräsentation für 2009 die vorübergehende Schließung eines von drei Containerterminals im Hamburger Hafen an, um Überkapazitäten abzubauen. Für wie lange die Anlage ruhen soll, ließ Vorstandschef Klaus-Dieter Peters offen. Zudem sollen in diesem Jahr 250 Stellen abgebaut werden, und ein Viertel der knapp 4000 HHLA-Beschäftigten in der Hansestadt soll auch in diesem Jahr kurzarbeiten.

Für das Jahr 2010, in dem die HHLA ihr 125-jähriges Jubiläum feiert, stellte der Vorstand einen Konzernumsatz leicht unter dem des Vorjahres in Aussicht. Durch Einsparungen könne der Preisdruck voraussichtlich nicht ausgeglichen werden. Daher werde der Gewinn sowohl operativ und unter dem Strich wohl unter dem Niveau von 2009 liegen. Die Rendite (Ebit-Marge) solle aber prozentual zweistellig bleiben.

An der Börse sorgte der Ausblick für Enttäuschung. Analysten hatten angesichts der prognostizierten wirtschaftlichen Erholung für dieses Jahr bisher einen Anstieg des HHLA-Umsatzes unterstellt. Viele Investoren verkauften ihre HHLA-Aktie und schickten das Papier mit einem Kursabschlag von zeitweise fast zehn Prozent an die Spitze der Verlierer im MDax.

Die Schifffahrtskrise sei bei weitem noch nicht ausgestanden, betonte Peters. Containerumschlag und Transportmengen hätten sich im Januar und Februar zwar auf niedrigem Niveau stabilisiert. Eine durchgreifende Erholung sei aber noch nicht zu erkennen. Vor allem in der für den Hamburger Hafen wichtigen Region Osteuropa dauere die Rezession an.

Peters forderte erneut, die Elbe für größere Schiffe zu vertiefen. Verzögerungen machten dem Unternehmen schwer zu schaffen. Reeder drohten damit, Ladung in andere Häfen zu verlagern. Wegen der Überkapazitäten tobt ein harter Preiskampf mit den Häfen in Antwerpen und Rotterdam.

DIVIDENDENEBBE

Nach dem herben Gewinneinbruch im vergangenen Jahr werden sich die Aktionäre, darunter als Haupteigner die Stadt Hamburg, mit weniger Geld begnügen müssen: Der Hauptversammlung am 16. Juni soll eine Dividende von 40 Cent je Aktie des börsennotierten Teilkonzerns Hafenlogistik vorgeschlagen werden. Im Vorjahr war ein Euro je Anteilschein ausgeschüttet worden. Auf die Hafenlogistik entfallen 97 Prozent des HHLA-Umsatzes.

Im vergangenen Jahr hatte die HHLA wegen des rasanten Rückgangs im Containerumschlag hohe Einbußen bei Umsatz und operativem Gewinn verbucht. Der Konzernumsatz gab um ein Viertel auf 991 Millionen Euro nach, während sich der Betriebsgewinn (Ebit) aus fortgeführten Geschäften auf 178 Millionen Euro halbierte. Die Ebit-Marge sank auf 18 (Vorjahr: 27,3) Prozent.

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