June 17, 2011 / 5:06 PM / 8 years ago

Spanischer Konzern ACS kontrolliert Mehrheit von Hochtief

Düsseldorf (Reuters) - Der größte deutsche Baukonzern Hochtief ist in spanischer Hand.

Der Großaktionär ACS hat sich Firmenangaben zufolge die Mehrheit an dem Essener Traditionsunternehmen gesichert. ACS habe Hochtief mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil die Schwelle von 50 Prozent überschritten habe, erklärte der Essener Konzern am Freitag. ACS halte nun 50,16 Prozent der Anteile. Darin enthalten sei auch ein Paket von 4,46 Prozent, das die Hochtief AG selbst halte. Damit blieb zunächst offen, ob ACS den deutschen Konzern nun bereits in seine Bücher nehmen kann oder für einen solchen Schritt weiter aufstocken muss.

ACS-Chef Florentino Perez hatte angekündigt, bis Ende Juni Mehrheitseigner von Hochtief sein zu wollen. Hochtief hatte rund neun Monate lang verbissen um seine Unabhängigkeit gekämpft - vergebens. Großaktionär ACS hatte im vergangenen September angekündigt, die Essener schlucken zu wollen und danach seinen Anteil kontinuierlich aufgestockt. Bereits bei der Hochtief-Hauptversammlung im Mai hatte ACS dann faktisch die Macht übernommen: Die Spanier hatten bei dem Aktionärstreffen ihre Besetzungsliste für den Aufsichtsrat durchgedrückt. Mehrere Manager des deutschen Bauriesen hatten bereits das Handtuch geworden, zuletzt bei der Hauptversammlung Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter. Sein Nachfolger ist das bisherige Vorstandsmitglied Frank Stieler.

Die Märkte hatten die Mehrheitsübernahme bereits erwartet: Die Hochtief-Aktie notierte am Nachmittag fast unverändert bei 60,30 Euro.

ACS will Hochtief in seine Bücher nehmen und damit seinen Schuldenstand drücken - den Konzern drücken Milliarden-Verbindlichkeiten. Perez will zusammen mit Hochtief den größten Infrastrukturkonzern weltweit schmieden, dessen Aktivitäten vom Bau bis hin zum Betrieb von Mautstraßen reichen. Bei Hochtief steht nun der Verkauf des Flughafen-Geschäfts an. Der Essener Konzern will seine Flughafen-Beteiligungen entweder direkt an Investoren oder über die Börse veräußern. Finanzkreisen zufolge zeichnet sich ein Verkauf an Investoren ab. Zuletzt hatte der französische Wettbewerber Vinci sein Interesse bekräftigt. Hochtief ist an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Tirana, Athen, Sydney und Budapest beteiligt. Den Anteil am Flughafen Budapest baute der Konzern weiter aus: Ein von Hochtief geführtes Konsortium übernahm am Freitag einen Minderheitsanteil von 25 Prozent und einer Aktie der ungarischen Regierung an dem Airport.

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