September 27, 2012 / 11:54 AM / 8 years ago

Baumarktkette Hornbach senkt Prognose wegen Konsumflaute

Frankfurt (Reuters) - Schlechtes Heimwerker-Wetter und die Konsumflaute im Ausland bremsen die Geschäfte der Baummarktkette Hornbach.

Der Familienkonzern aus Neustadt an der Weinstraße senkte am Donnerstag seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2012/13, das Ende Februar abläuft. “Das hat vor allem mit der Konjunktureintrübung zu tun, die wir außerhalb Deutschlands sehen”, begründete Finanzvorstand Roland Pelka den Schritt. Auf dem Kernmarkt Deutschland sei die Lage zwar besser, aber auch hier könne die Umsatzdynamik nachlassen. Im ersten Halbjahr habe das Wetter die Baupläne mancher Heimwerker durchkreuzt und sie vom Gang in den Baumarkt abgehalten, ergänzte Konzernchef Albrecht Hornbach: “Der Sommer in Westeuropa war feucht und unbeständig - in Ost- und Südosteuropa war er zu heiß.”

Deshalb geht die Hornbach-Holding, zu der neben den Bau- und Gartenmärkten auch ein Baustoffhandel und eine Immobiliensparte gehört, für das Geschäftsjahr 2012/13 nur noch von einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem stagnierenden operativen Ergebnis (Ebit) aus. Bisher hatte Hornbach ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein leichtes Ebit-Wachstum in Aussicht gestellt. Die im SDax gelisteten Hornbach-Vorzugsaktien erhielten durch die Aussichten einen Dämpfer: Sie notierten ein Prozent im Minus bei 53,97 Euro.

DEUTSCHLAND MACHT HORNBACH FREUDE

Im ersten Halbjahr (März bis August) ging das Ebit um knapp drei Prozent auf 153 Millionen Euro zurück, der Konzernumsatz kletterte um ein Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Um die Flächen von drei neuen Standorten in Schweden, Rumänien und der Schweiz bereinigt, verbuchten die Hornbach-Märkte ein Umsatzminus von 0,2 Prozent: Während der flächen- und währungsbereinigte Umsatz der acht Auslandsmärkte um 2,1 fiel, lag er in Deutschland mit 1,3 Prozent im Plus. “Deutschland macht uns nach wie vor Freude”, betonte Finanzvorstand Pelka. Die Bau- und Gartenmärkte erhielten hierzulande Rückenwind vom Wohnungsbau. “Die Menschen in Deutschland interessieren sich wegen der historisch niedrigen Zinsen und der Unsicherheiten auf den Aktienmärkten weiter für Wohnimmobilien”, konstatierte Firmenchef Hornbach.

Dennoch will die Gruppe künftig vor allem im Ausland wachsen und lässt sich von diesem Kurs auch nicht von den eingetrübten Konjunkturaussichten abbringen. “Unsere Expansionspläne bleiben davon unangetastet”, sagte der Firmenchef. Hornbach ziele in der Regel darauf, sieben neue Standorte in einem Jahr zu eröffnen. In diesem Geschäftsjahr sind fünf Neueröffnungen geplant, Ende des Jahres wird es dann 138 Hornbach-Märkte in neun Ländern geben. “Wir haben in Zeiten der Finanzkrise den Expansionskurs bewusst gedrosselt, jetzt muss die Maschine wieder ins Rollen kommen”, sagte Hornbach. Auch der Hornbach-Internetshop, der bisher nur in Deutschland online ist, soll in weiteren Ländern eingeführt werden, 2013 zunächst in Österreich. Hornbach ist die viertgrößte deutsche Baumarktkette hinter Obi, Bauhaus und dem angeschlagenen Praktiker-Konzern.

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