February 26, 2018 / 2:27 PM / 4 months ago

Insider - HSH Nordbank soll für Verkauf Problemkredite abgeben

Berlin (Reuters) - Die Käufer der HSH Nordbank sollen Insidern zufolge die Landesbank weitgehend ohne faule Kredite übernehmen.

The HSH Nordbank is pictured in downtown Hamburg, October 25, 2014. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, Portfolios notleidender Darlehen aus der Bank herauszulösen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag von zwei mit der Sache vertrauten Personen. Die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, die das Institut auf Druck der EU bis Mittwoch verkaufen müssen, äußerten sich dazu nicht. Auch die HSH selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Derzeit gehe es darum, notleidende Darlehen aus der Landesbank herauszunehmen und etwa in eine Zweckgesellschaft (SPV) der Bieter auszulagern, sagten die Insider. Das Institut veräußere damit quasi die restliche Abbaubank, in der Altlasten gebündelt sind. “Die Kreditqualität der Bank wird sich massiv verbessern.”

Der Verkauf ist eine EU-Auflage im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen. Exklusiv verhandelt wird mit einem Konsortium der Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers. Flowers hält bereits gut fünf Prozent an der HSH. Scheitert der Deal, droht der Bank die Abwicklung. Die HSH war durch die Finanz- und Schiffskrise in Schieflage geraten. Hamburg und Schleswig-Holstein haben das Geldhaus mit Garantien und Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro vorm Aus gerettet. Über Gebühren dafür flossen etwa drei Milliarden Euro zurück an die Länder. Unter Konzernchef Stefan Ermisch hat die Bank ihre faulen Kredite zuletzt zügig abgebaut und damit zunehmend Interesse bei Investoren ausgelöst.

Der Anteil fauler Kredite am gesamten Portfolio lag Ende September noch bei 11,7 Prozent. Durch das Herauslösen notleidender Darlehen soll diese sogenannte NPE-Quote auf rund zwei Prozent sinken, wie die Eingeweihten erklärten. Wenn das Vorgehen erfolgreich über die Bühne gehe, stehe die HSH Nordbank künftig als weitgehend risikolose Bank dar und dürfte damit auch keine Probleme haben, in die Haftungseinrichtung der Privatbanken aufgenommen zu werden.

Die Regierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg wollen am Mittwoch in einer gemeinsamen Kabinettsitzung in Kiel den HSH-Verkauf besiegeln. Die Länder kündigten auch eine Pressekonferenz mit den Regierungschefs Daniel Günther und Olaf Scholz an. Einem Deal müssen noch beide Landesparlamente und die EU-Kommission zustimmen.

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