April 26, 2018 / 11:02 AM / 3 months ago

HSH steht nach Privatisierung vor Umbau und Jobstreichungen

Hamburg (Reuters) - Nach der Privatisierung will die HSH Nordbank künftig ihr Profil als Institut für den Mittelstand schärfen.

The office of HSH Nordbank is seen in Hamburg, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Man wolle etwa das Auslandsgeschäft behutsam stärken, Schiffsfinanzierungen vorsichtiger als bisher fortsetzen und beim Immobiliengeschäft punkten, sagte Konzernchef Stefan Ermisch am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz. “Wir haben die Privatisierung geschafft und gehen jetzt in eine neue Zeit hinein.” Die Veräußerung fauler Kredite an Finanzinvestoren drückte die Bank 2017 tief in die roten Zahlen. Wegen hoher Abschläge von gut einer Milliarde Euro bei der Veräußerung von notleidenden Schiffsdarlehen lag der Vorsteuerverlust bei 453 Millionen Euro.

Hamburg und Schleswig-Holstein haben Ende Februar die HSH auf Druck der EU für eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und J.C.Flowers verkauft; das war die erste Privatisierung einer deutschen Landesbank. Die Länder hatten die HSH 2009 mit einer Garantie von zehn Milliarden Euro und einer Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet. Das Institut war in der Schifffahrtskrise unter Druck geraten. Dem Verkauf müssen beide Länderparlamente sowie die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission zustimmen. Der Kieler Landtag gab am Donnerstag grünes Licht, die Hamburger Bürgerschaft entscheidet wohl erst im Mai oder Juni. Das Institut strebt das sogenannte “Closing” der Transaktion für den Sommer an.

ABBAUBANK AUFGELÖST - “UND SIE KOMMT NIE WIEDER”

Kurz vor der Privatisierung verkaufte das Geldhaus einen Großteil der Altlasten an faulen Schiffskrediten. Das Portfolio ging ebenfalls an die neuen Bank-Eigentümer um die Investoren Cerberus und J.C.Flowers. Diese zahlten für einen Nettobuchwert von 3,5 Milliarden Euro rund 2,5 Milliarden Euro - also einen Abschlag von knapp einem Drittel. Ermisch bezeichnete die Transaktion als eine der komplexesten ihrer Art in Europa. Ohne sie hätte die Bank nicht privatisiert werden können. Sie sei nun fast von allen Altlasten befreit. Die Abbaubank, wo die Risiken gebündelt waren, werde beendet - “vollständig und endgültig, und sie kommt nie wieder”, betonte Ermisch.

Wegen der Nachwehen der Privatisierung rechnet Ermisch 2018 mit einen Vorsteuerverlust von rund 100 Millionen Euro. Der Neuanfang dürfte mit einem Stellenabbau einhergehen. Bis Mitte 2019 soll die Zahl der Vollzeitstellen von knapp 2000 auf unter 1600 sinken. Ermisch signalisierte, dass danach weitere Arbeitsplätze im Zuge der Verschlankung des Konzern wegfallen, nannte aber keine Zahlen. Kiel werde zwar neben Hamburg ein Standort bleiben, aber womöglich kein zweiter Hauptsitz.

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