April 24, 2009 / 5:41 PM / 10 years ago

Bund zieht alle Register bei Hypo Real Estate

A logo of German lender Hypo Real Estate is pictured in Hamburg February 2, 2009. The situation at troubled German lender Hypo Real Estate is not getting easier, a Finance Ministry spokesman said on Monday. REUTERS/Christian Charisius (GERMANY)

München (Reuters) - Zur Komplettübernahme der schwer angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) zieht die Bundesregierung alle Register.

Parallel zum freiwilligen Übernahmeangebot ist nun eine Kapitalerhöhung geplant, die dem Bund in jedem Falle die angestrebte Beteiligung von 90 Prozent ermöglichen soll. Er ist bereit, dafür weitere Milliarden auszugeben. Nur ab der Anteilsgrenze von 90 Prozent kann die Regierung die restlichen Aktionäre wie den Finanzinvestor J.C. Flowers aus dem Unternehmen drängen, um die vollständige Kontrolle zu übernehmen.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Juni soll über eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu 5,64 Milliarden Euro entschieden werden, teilte der Münchner Konzern am Freitag mit. Diese soll komplett der staatliche Banken-Rettungsfonds SoFFin zeichnen. Ein Bezugsrecht für die Altaktionäre gibt es nicht.

Wie hoch die Kapitalerhöhung am Ende ausfällt, steht noch nicht fest. Dies hängt davon ab, wie viele Aktien sich der Bund bereits im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebotes an die HRE-Anteilseigner sichert. Im Zuge dessen hat bislang lediglich ein kleiner Teil der Aktionäre seine Papiere dem SoFFin angedient, der im Auftrag des Bundes für die Offerte verantwortlich ist. Schon vor ein paar Wochen hat der SoFFin Geld in die HRE gesteckt, so dass er nun insgesamt auf einen Anteil von knapp zehn Prozent kommt. Je mehr Anteilseigner auf die Offerte reagieren, desto geringer wird also der Betrag, den der SoFFin noch über die geplante Kapitalerhöhung in die HRE stecken muss.

Der Bund bietet den HRE-Eigentümern 1,39 Euro je Aktie - insgesamt 290 Millionen Euro. Vorstand und Aufsichtsrat des einstigen Dax-Konzerns unterstützen die noch bis zum 4. Mai laufende Offerte.

Liquiditätsengpässe der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa Bank hatten die HRE im Herbst 2008 zu einem Sanierungsfall gemacht. Die Gruppe wird mit finanziellen Hilfen von 102 Milliarden Euro am Leben gehalten. Allerdings braucht das Unternehmen, das 2008 einen Rekordverlust von 5,5 Milliarden Euro verbuchte, dringend frisches Kapital. Von bis zu zehn Milliarden Euro war zuletzt in Finanzkreisen sogar die Rede.

Widerstand gegen das Übernahmeangebot des Bundes kam zuletzt von einigen HRE-Miteigentümern wie dem Hedgefonds Exchange Investors, der die Offerte ablehnt. Auch Großaktionär J.C. Flowers sieht das Vorgehen des Bundes kritisch. Der US-Investor hat viel Geld verloren und will sich auf keinen Fall per Zwangsabfindung aus der HRE herausdrängen lassen. Er hofft auf eine Wertsteigerung seines Investments nach dem Staatseinstieg. Allerdings hat sich der Bund gesetzlich die Möglichkeit einer Enteignung geschaffen.

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