April 1, 2015 / 12:00 PM / 4 years ago

Mindestens neun Tote durch Orkan "Niklas"

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Das Orkantief “Niklas” hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens sechs Menschen das Leben gekostet.

Tourists search for shelter as Storm Niklas strikes in Berlin March 31, 2015. One of the strongest storm fronts in years hit Germany on Tuesday, as Storm Niklas uncovered roofs, toppled scaffolding and caused severe disruption to rail services. REUTERS/Hannibal Hanschke

Drei weitere starben bei Unfällen auf vereisten oder schneebedeckten Straßen. Obwohl in vielen Regionen die Aufräumarbeiten abgeschlossen werden konnten, kam es auch am Mittwoch im Bahnverkehr noch zu Behinderungen. Der schwerste Sturm der vergangenen Jahre zog nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ins südliche Baltikum weiter. Es sei aber immer noch mit Böen zu rechnen, die in Höhenlagen auch Orkanstärke erreichen könnten.

Die Sturmböen warfen Lkw und Anhänger um und entwurzelten Bäume. Die Feuerwehr in Berlin rief zeitweise einen wetterbedingten Ausnahmezustand aus, der erst in der Nacht aufgehoben wurde. Mehr als 1100 Mal rückte die Feuerwehr aus.

Im oberbayerischen Dietramszell starb eine 39-Jährige, als durch den Sturm zwei Fichtenbäume auf ihr Auto stürzten. Im rheinland-pfälzischen Westerwaldkreis kamen zwei Mitarbeiter einer Straßenmeisterei um Leben, als ebenfalls ein Baum auf ihr Fahrzeug stürzte. Bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt wurde ein 62-jähriger Mann vor seinem Haus von einer umstürzenden Betonmauer erschlagen. Jeweils ein Toter wurden aus Österreich und der Schweiz berichtet.

Zudem starben zwei Menschen bei einem Verkehrsunfall im baden-württembergischen Ostalbkreis, der sich bei plötzlichem Schneefall ereignete. Auf der A95 in Oberbayern starb ein 61-jähriger Mann als ein 20 Jahre alter Fahrer bei Graupelschauern und glatter Straße auf dem Seitenstreifen einen Unfall-Pkw und einen Rettungswagen rammte. Die zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes wurden schwer verletzt.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten waren am Dienstag mit 192 Stundenkilometern auf der Zugspitze gemessen worden. Aber auch auf dem Brocken im Harz wurden bis zu 162 Stundenkilometer erreicht. An der Nordseeküste wehte der Wind mit 140 Stundenkilometer am stärksten auf der Insel Spiekeroog. Den Höchstwert im Flachland erreichte “Niklas” mit 126 Stundenkilometern im ostwestfälischen Gütersloh.

EINIGE ZÜGE MÜSSEN UMGELEITET UND FLÜGE ABGESAGT WERDEN

Bei der Bahn[DBN.UL] waren die Aufräumarbeiten am Mittwoch weitgehend abgeschlossen. Dennoch kam es im Fernverkehr vereinzelt noch zu Verspätungen und Zugausfällen. Am Vormittag konnte der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Wolfsburg und Hannover wieder aufgenommen werden. Gesperrt blieb nach Angaben des Konzerns die Strecke Hannover-Bremen. Hier mussten Reisende auf Verbindungen über Osnabrück oder Hamburg ausweichen. Ebenfalls noch gesperrt blieb die Trasse zwischen München und Rosenheim. Für die Reisenden wurden Busse eingesetzt. Die Bahn hatte in der Nacht in 20 Bahnhöfen 22 Züge bereitgestellt, in denen Fahrgäste übernachten konnten.

Auch die Störungen im Flugverkehr dauerten am Mittwoch noch an. Am größten deutschen Airport in Frankfurt fielen wegen des Sturms am Dienstag 185 Flüge aus, wie eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport sagte. Die Auswirkungen brächten den Flugplan auch am Mittwoch durcheinander, da die Maschinen nach den Ausfällen nicht am richtigen Platz gewesen seien. Deshalb seien am Mittwoch 34 Flüge annulliert worden. Im Schnitt zählt der Rhein-Main-Airport täglich 1300 Starts und Landungen.

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