30. August 2017 / 09:22 / vor einem Monat

Deutsche geben immer mehr Geld für Smartphones und TV aus

A guest looks at new Galaxy Note 8 smartphones during the launch event in New York City, U.S., August 23, 2017. REUTERS/Brendan McDermid

Berlin (Reuters) - Die Deutschen greifen für Smartphones und Fernseher immer tiefer in die Tasche.

Das Alleskönner-Telefon sei “das Gerät, wofür die Deutschen in den letzten Jahren am meisten Geld ausgegeben haben”, sagte der Bitkom-Experte für Verbraucherelektronik, Timm Lutter am Mittwoch zum Auftakt der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Dies hänge vor allem mit dem Trend zu immer größeren und leistungsstärkeren Smartphones - den sogenannten Phablets - zusammen. Deren Durchschnittspreis liegt laut einer Studie von Bitkom und der Beratungsfirma Deloitte bei 615 Euro. Zum Vergleich: Kleinere Smartphones kosten im Schnitt 352 Euro. Zugleich feiert der Fernseher ein kleines Comeback. Der Studie zufolge steigen die Erlöse mit TV-Geräten in Deutschland 2017 um 4,3 Prozent auf 4,18 Milliarden Euro, nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr.

Das Wachstum sei bemerkenswert, da kein sportliches Großereignis für Kaufanreize sorge, sagte Lutter. Trotzdem gäben die Deutschen immer mehr Geld auch für neue Fernseher aus. Im Schnitt koste ein Gerät inzwischen 595 Euro. Vor allem große Bildschirme mit besonders guter Bildqualität seien gefragt, sagte Hans-Joachim Kamp von der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik. Dies sorge für höhere Umsätze.

An die Erlöse, die mit Smartphones generiert werden, reichen Fernseher zehn Jahre nach dem Durchbruch der mobilen Universalkönner aber längst nicht mehr heran. Laut Deloitte-Branchenexperte Klaus Böhm wird zudem das Smartphone immer wichtiger. In den nächsten fünf Jahren stiegen die Umsätze, die mit Hilfe der Alleskönner-Handys erzielt würden, um rund ein Drittel auf mehr als 60 Milliarden Euro. 2022 sorge das Smartphone für 1,7 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung, sagte Böhm. Dies sei noch konservativ berechnet.

“Das Smartphone ist auch außerhalb der Geräteindustrie ein Wirtschaftsfaktor”, sagte Böhm. “Wachstumstreiber ist vor allem der Handel.” Immer mehr Deutsche bestellten beispielsweise neue Kleidung oder andere Waren bei Online-Anbietern wie Amazon oder Zalando über das Handy. Neue Anwendungen aus dem Bereich digitale Gesundheit könnten die Erlöse über die Universalgeräte durchaus noch steigern.

“Das Smartphone ist so lebendig wie nie”, sagte Lutter. Derzeit nutzten 81 Prozent der Deutschen ein solches Universalgerät. “Jeder unter 50 Jahren hat ein Smartphone.” Wachstumspotenzial gebe es noch bei Rentnern; in der Generation 65 plus besäßen 41 Prozent ein entsprechendes Gerät.

Die Verkaufszahlen gehen angesichts dieser Marktsättigung nach unten. Im laufenden Jahr sinkt der Absatz in Deutschland laut der Studie “Consumer Technology 2017” auf 24,07 Millionen Geräte von 24,22 Millionen Smartphones im Vorjahr. Wegen der Phablets soll der Umsatz hingegen um vier Prozent auf 9,77 Milliarden Euro steigen.

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