September 12, 2012 / 1:42 PM / in 7 years

Piloten wettern gegen längere Schichten - Sicherheit gefährdet

Berlin (Reuters) - Die deutschen Piloten laufen Sturm gegen die drohende Verlängerung ihrer Schichten im Cockpit.

Falls die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA wirklich längere Dienstzeiten zulasse, “können wir die Sicherheit der Passagiere nicht mehr garantieren”, sagte Ilja Schulz, Chef der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, am Mittwoch auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA. Die Behörde wolle beispielsweise erlauben, dass Piloten nachts mehr als elf Stunden ein Flugzeug steuern. Damit werde die Wirtschaftlichkeit einer Airline höher bewertet als die Sicherheit. “Wir sind nicht bereit, mehr als zehn Stunden zu akzeptieren”, betonte Schulz. Bereits jetzt spiele bei etwa einem Fünftel aller Unfälle die Übermüdung des Kapitäns oder Co-Piloten eine Rolle.

Die EASA wird Cockpit zufolge Ende des Monats ihren Entwurf für die Dienstzeiten vorstellen. Die neuen Vorgaben seien bereits von zahlreichen Wissenschaftlern kritisiert worden, sagte Schulz. Diese hätten Änderungen gefordert. Cockpit sei bereit, alles mitzutragen, was den Wissenschaftlern zufolge umgesetzt werden könne, ergänzte der Präsident, dessen Gewerkschaft rund 8500 Piloten vertritt. Für den Fall, dass der Entwurf umgesetzt wird - was zum 1. Juli 2013 möglich ist - kündigte er rechtliche Schritte an.

Neben der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo befindet sich auch Cockpit derzeit in Tarifverhandlungen mit der größten deutschen Airline Lufthansa. Am Freitag steht eine weitere Tarifrunde an, im Oktober gibt es Tarifgespräche. Die Piloten fordern 5,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von einem Jahr. Zudem gehe es um strukturelle Verbesserungen für die Co-Piloten, die wegen eines späteren Wechsels der Kapitäne in die Rente nicht mehr so schnell aufsteigen könnten, sagte Schulz. “Lufthansa hat da ganz andere Vorstellungen”, sagte der Cockpit-Chef über die Haltung des Arbeitgebers von rund 4000 Piloten.

Die Piloten haben den derzeitigen Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und Ufo genau beobachtet. “Wir würden auch ganz empfindlich auf das Thema Leiharbeit reagieren”, sagte Schulz. Es sei allerdings bedauerlich, dass es zu Streiks gekommen sei. Da hätte man sich vor dem Arbeitsausstand an den Verhandlungstisch setzen müssen. Für die Forderungen der Ufo in der Schlichtung gibt sich Schulz skeptisch: “Ufo hat noch einen schweren Weg vor sich.”

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