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Inlandsnachrichten

Studie - Immobilienpreise ziehen weiter an - Mieten hängen hinterher

Facades of apartment buildings are pictured at Mitte district in Berlin, Germany, August 29, 2019. REUTERS/Axel Schmidt

Berlin (Reuters) - In vielen Regionen Deutschlands entkoppeln sich die Preise für Wohnimmobilien von den Mieten.

Vor allem in Großstädten und Ballungsräumen könnte es eine Überhitzung geben, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Hamburger HWWI-Instituts für die Postbank hervorgeht. Als Gradmesser dafür gilt das Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisniveau. Den Experten zufolge ist nicht zu erwarten, dass die Auswirkungen der Corona-Krise in den kommenden Monaten bundesweit zu großen Verschiebungen im Verhältnis der Preise zueinander führen werden. Langfristig könne es allerdings in wirtschaftlich besonders betroffenen Regionen zu Anpassungen kommen. “Brechen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte stark ein, wird dies auch die Nachfrage nach Wohnraum abschwächen.”

Schon seit einigen Jahren ziehen die Immobilienpreise kräftig an - vor allem in Großstädten wie München, Berlin und Hamburg. Um das Verhältnis von Mieten zu Kaufpreisen zu untersuchen, berechnen die Studien-Experten den so genannten Vervielfältiger und gehen der Frage nach: Wie viele durchschnittliche Jahresmieten kostet eine Eigentumswohnung im Schnitt? Je niedriger also der örtliche Vervielfältiger ausfällt, desto höher die Ertragschancen für den Käufer. Im Schnitt aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte lag dieser Wert 2019 bei 24 - und damit höher als 2018 mit 23. Auch in den sieben größten deutschen Städten liegen die Vervielfältiger auf hohem Niveau – und sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. In Berlin und Hamburg werden für Käufer rund 36, in München sogar 37 Jahresnettokaltmieten fällig.

“Wenn die Immobilienpreise das Mietniveau weit überholen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass für die Zukunft erwartete Wertgewinne zumindest in Teilen bereits auf die Kaufpreise aufgeschlagen wurden”, sagte Eva Grunwald, die das Immobiliengeschäft der Postbank leitet. Bei einem Wert unter 22,5 sprechen die Fachleute von einem moderaten Kaufpreisniveau gemessen an den örtlichen Mieten. Den bundesweit höchsten Wert mit 72 gibt es im Kreis Nordfriesland, wo auch Sylt zugehört. Schlusslicht bildet der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt mit einem Vervielfältiger von nur elf.

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