February 6, 2018 / 7:35 AM / 10 months ago

Auftragsflut für Industrie - Europa ordert "Made in Germany"

Unfinished "Made in Germany" pliers of Knipex are pictured at the factory of the 130 year-old family-owned pliers and tools maker company Knipex in Wuppertal, western Germany, October 25, 2016. Picture taken October 25, 2016. To match Insight GERMANY-ECONOMY/LABOUR REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin/Düsseldorf (Reuters) - Trotz des Euro-Höhenflugs hat die deutsche Industrie im Dezember ein dickes Auftragsplus eingefahren.

Die Unternehmen sammelten 3,8 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich ein Plus von 0,7 Prozent auf dem Zettel, nachdem die Orders im November noch leicht rückläufig waren. Zum Jahresende waren Güter “Made in Germany” besonders in der wirtschaftlich florierenden Euro-Zone gefragt, in der Wechselkursschwankungen im Handel keine Rolle spielen. Aber auch die Bestellungen aus Übersee legten zu - trotz des starken Euro, der deutsche Waren dort verteuert.

Im Dezember erhöhten sich die Orders aus dem Inland zum Vormonat nur um 0,7 Prozent, während die Auslandsaufträge um 5,9 Prozent anzogen. Dabei kletterten die Bestellungen aus dem Euro-Raum um 11,2 Prozent, aus dem restlichen Ausland um 2,7 Prozent. “Das deutet daraufhin, dass auch der starke Euro die Wirtschaft nicht ausbremst”, so BayernLB-Ökonomin Christiane von Berg.

Der Euro spürt seit längerem Rückenwind. 2017 hat er um 13 Prozent zum Dollar aufgewertet. Das ist auch ein Spiegelbild der wieder kräftig wachsenden europäischen Wirtschaft, die im vorigen Jahr bei der Steigerung des Bruttoinlandsprodukts sogar die USA überholte.

“Die Bestellungen aus dem Euro-Raum zeigen, wie stark die europäische Binnenkonjunktur ist, von der auch Deutschland profitiert”, sagte BayernLB-Ökonomin von Berg. Ihr Kollege Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe verwies allerdings darauf, dass das Plus im Wesentlichen auf Großaufträge zurückzuführen sei. “Aber auch ohne diese lag der Zuwachs noch bei 0,8 Prozent. Unter dem Strich verbleibt ein erneut kräftiger Quartalszuwachs, von dem die Produktion im laufenden Quartal profitieren wird.” Derzeit sehe es so aus, als könne die Industrie auf dem hohen Niveau noch zulegen.

Auch die deutschen Maschinenbauer spüren weiter kräftigen Rückenwind: Die Bestellungen seien im Dezember insgesamt um sieben Prozent gestiegen, teilte der Branchenverband VDMA mit. Das Auslandsgeschäft habe um fünf Prozent angezogen, wobei vor allem die Nachfrage aus den Nicht-Euro-Ländern zulegte.

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