December 6, 2018 / 7:21 AM / 5 days ago

Industrie mit Auftragsplus - Euro-Zone sorgt für Impulse

A steel-worker is pictured at a furnace at the plant of German steel company Salzgitter AG in Salzgitter, Lower Saxony, Germany March 17, 2015. REUTERS/Fabian Bimmer/File Photo

Berlin (Reuters) - Die deutsche Industrie ist mit einem überraschenden Auftragsplus ins Schlussquartal gestartet.

Grund war vor allem die stärkste Nachfrage aus dem Euro-Raum seit fast drei Jahren, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Im Oktober kletterte das Neugeschäft um 0,3 Prozent zum Vormonat, Ökonomen hatten jedoch mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. “Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich nun drei Monate in Folge erholt”, erklärte das Ministerium. Auch Experten reagierten positiv. “Die Krise fällt derzeit jedenfalls aus”, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Für die Commerzbank signalisiert die Stabilisierung der Industrieaufträge, “dass der Aufschwung auch im kommenden Jahr weitergehen wird.”

Die Wirtschaft äußerte sich jedoch skeptisch und verwies auf den Auftragsrückgang von 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat. “Zudem bleiben die Risiken groß - insbesondere für das internationale Geschäft”, sagte Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). In der DIHK-Konjunkturumfrage hätten die Betriebe “ihre Erwartungen für die Geschäfte im In- und Ausland im Jahresverlauf deutlich nach unten korrigiert”. Auch VP-Bank-Experte Gitzel sagte, das seit Jahresbeginn schwächelnde Neugeschäft der exportstarken Wirtschaft seien “ein Spiegelbild der globalen Industrie”. Die Daten zeigten, “dass die Handelsstreitigkeiten zum Debakel für die vernetzte Weltwirtschaft werden können.” Die Unsicherheiten dämpften die Investitionslaune und damit die Exportwirtschaft.

Viele Konjunkturdaten fielen zuletzt schwach aus, weil die Autoindustrie mit der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren (WLTP) zu kämpfen hat und viele Autobauer ihre Produktion drosselten. Dies hatte im Sommerquartal auch zum ersten Schrumpfen der gesamten Wirtschaft seit dreieinhalb Jahren geführt. “Der Sondereffekt der WLTP-Problematik in der Automobilindustrie ist allerdings auch zu Beginn des vierten Quartals noch deutlich spürbar”, erklärte das Ministerium. Es seien aber Fortschritte erkennbar. Die Aufträge in der Kfz-Industrie hätten sich seit dem Tiefpunkt im Juli spürbar belebt “und der Zulassungsstau löst sich allmählich auf”.

Das Auslandsgeschäft der Industrie legte im Oktober um 2,9 Prozent zu. Dabei stiegen allein die Bestellungen aus der Euro-Zone um 7,3 Prozent und damit so stark wie zuletzt im Januar 2016. Die Orders aus Drittstaaten - zu denen die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China gehören - stiegen um 0,3 Prozent. Die Inlandsnachfrage sank allerdings um 3,2 Prozent.

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