for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Wirtschaftsnachrichten

Industrie mit fünftem Auftragsplus in Folge - "China hilft"

A general view of the Brandenburg gate, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Berlin, Germany, April 16, 2020. Picture taken April 16, 2020. REUTERS/Christian Mang

Berlin (Reuters) - Die Auftragsbücher der deutschen Industrie haben sich im September wegen der robusten Nachfrage auf dem Heimatmarkt und aus Übersee den fünften Monat in Folge gefüllt.

Die Bestellungen wuchsen um 0,5 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings mit einem größeren Plus von 2,0 Prozent gerechnet. Im August lag der Zuwachs noch bei revidiert 4,9 (bisher: 4,5) Prozent. “Nach der ersten kräftigen Erholung nach dem Lockdown im April kämpft sich die Industrie weiter aus der Krise”, erklärte das Ministerium.

Trotz der Aufholjagd ist das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht worden: Gemessen am Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, liegen die Bestellungen noch um 2,6 Prozent niedriger. Experten sehen den Aufschwung wieder auf wackligen Beinen. So wächst wegen der zunehmenden Corona-Fälle in Europa die Sorge wegen Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren- und Personenverkehr. “Die Zahlen für das vierte Quartal dürften etwas weniger rosig ausfallen”, sagte der Chefvolkswirt des Fondsanbieters DWS, Martin Moryson. “Schließlich hat die Pandemie die Welt wieder fester im Griff.” Es gebe aber auch Signale für bessere Zeiten im kommenden Jahr. “Die chinesische Wirtschaft wächst wieder ungebremst und hilft der exportorientierten deutschen Industrie”, sagte Moryson.

Die Aufträge aus Deutschland legten im September um 2,3 Prozent zu, die aus dem Ausland sanken dagegen um 0,8 Prozent. Dabei fielen die Bestellungen aus der Euro-Zone um 6,0 Prozent, die aus dem restlichen Ausland wuchsen hingegen um 2,7 Prozent. “Es zeichnet sich neuer Schub für die Industrieproduktion ab”, fasste der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger, die Entwicklung zusammen. “Der Lockdown dürfte die industrielle Erholung bei weitem nicht wie im Frühjahr zurückwerfen.”

Das Bruttoinlandsprodukt ist im Sommerquartal im Rekordtempo von 8,2 Prozent gewachsen, nachdem es im Frühjahr wegen der Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie mit 9,7 Prozent so stark gefallen war wie noch nie. Im laufenden vierten Quartal rechnen viele Experten mit einem Rückschlag, da seit Montag neue Corona-Beschränkungen in Deutschland gelten.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up