September 6, 2018 / 6:30 AM / 17 days ago

Auftragsflaute der Industrie hält an - "Handelskonflikt dämpft"

Berlin (Reuters) - Der Auftragsschwund in der deutschen Industrie hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wegen der schwächelnden Auslandsnachfrage fortgesetzt.

A construction site is pictured in Berlin, Germany, May 30, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

Das Neugeschäft schrumpfte im Juli um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Das kommt überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 1,8 Prozent erwartet. In sechs der vergangenen sieben Monate sind die Bestellungen damit nun schon zurückgegangen.

“Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich, nach einem sehr dynamischen zweiten Halbjahr 2017, seit Jahresbeginn merklich abgeschwächt”, erklärte das Ministerium dazu. “Dabei dürften die weltweiten Verunsicherungen durch Handelskonflikte eine Rolle gespielt haben.” Darüber hinaus gebe es Engpässe bei der Zulassung neuer Autos wegen strengerer Abgasregeln. Dadurch seien die Bestellungen von Fahrzeugen gesunken. “Ein Teil davon dürfte nachgeholt werden”, so das Ministerium. Seit September dürfen europaweit nur noch Neuwagen verkauft werden, die nach dem strengeren Abgasmesszyklus WLTP zugelassen sind. Volkswagen etwa räumte ein, Schwierigkeiten mit der Umstellung zu haben. In einigen Werken ruht deshalb zeitweise die Produktion.

Der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank UniCredit, Andreas Rees, macht dies für die Flaute mitverantwortlich: “Das dürfte Aufträge und Produktion gedrückt haben. Die Durststrecke hat sich dadurch fortgesetzt.” Andere Experten verweisen auf den weltweit zunehmenden Protektionismus. “Insbesondere die schwelenden Handelskonflikte der USA und die stockenden Brexit-Verhandlungen sorgen in der Industrie für Unsicherheit”, sagte Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Allerdings hat sich die Stimmung in der Wirtschaft im August stark verbessert: Das Ifo-Barometer für das Geschäftsklima kletterte so stark wie seit Ende 2014 nicht mehr. Grund ist der vorläufige Verzicht von US-Präsident Donald Trump auf Strafzölle für europäische Autos.

Das Auslandsgeschäft schrumpfte im Juli um 3,4 Prozent. Die Bestellungen aus der Euro-Zone fielen um 2,7 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 4,0 Prozent. Die Inlandsnachfrage wuchs dagegen um 2,4 Prozent.

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