February 6, 2019 / 11:58 AM / 16 days ago

Industrie mit Auftragsminus - Lichtblick bei Autobauern

Steel worker of Germany's industrial conglomerate ThyssenKrupp AG which holds it's annual shareholders meeting on Friday February 1, 2019, dressed in protection wardrobe stand in front of a glowing blast furnace at Germany's largest steel factory in Duisburg, Germany, January 28, 2019. Picture taken January, 28, 2019. REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin/Düsseldorf (Reuters) - Die deutsche Industrie sorgt trotz eines überraschenden Auftragsrückgangs im Dezember für Lichtblicke.

Die Unternehmen sammelten zwar 1,6 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Dies war der größte Rückgang seit Juni. Allerdings fiel das Auftragsminus im November geringer aus als ursprünglich gemeldet. “Stützend wirkte, dass die Automobilindustrie bei der Bewältigung der WLTP-Problematik voranschreitet”, erklärte das Ministerium mit Blick auf das neue Abgastestverfahren. Im vierten Quartal hätten die Orders in der Kfz-Industrie um gut zehn Prozent gegenüber dem schwachen dritten Quartal zugelegt. Die Commerzbank bezeichnete die Dezember-Daten insgesamt als “gar nicht so schlecht” und verwies auf Sondereffekte.

Das Ministerium geht davon aus, “dass sich die Durststrecke in der Industrie zunächst fortsetzt”. Auch die jüngsten Daten signalisierten eine gedämpfte Industriekonjunktur zu Jahresbeginn. Es gab aber ungewöhnlich wenig Großaufträge. Rechnet man diesen schwankungsanfälligen Posten heraus, gab es laut Statistischem Bundesamt sogar ein Auftragsplus von 3,5 Prozent. “Insgesamt spricht dies weiterhin dafür, dass eine Rezession in Deutschland nicht unmittelbar bevorsteht und der Aufschwung mit gebremstem Tempo weitergeht”, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar.

Während die Inlandsnachfrage um 0,6 Prozent nachließ, ging das Auslandsgeschäft um 2,3 Prozent zurück. Hier fehlten vor allem die Impulse aus Ländern außerhalb der Euro-Zone - es stand ein Rückgang um 5,5 Prozent zu Buche. Die Nachfrage aus anderen Staaten der Währungsunion hingegen kletterte im Dezember um gut drei Prozent. Dies sieht der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank ING, Carsten Brzeski, als Anzeichen dafür, “dass nicht alles so deprimierend für die deutsche Industrie ist”. Allerdings werde sich die Industriekonjunktur nur langsam und schleppend erholen.

Auch die Maschinen- und Anlagenbauer meldeten schwache Geschäfte im Dezember: Die Aufträge sanken um acht Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. “Besonders enttäuschend war dabei der Rückgang im Inland um zehn Prozent”, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Im Gesamtjahr 2018 zogen die Bestellungen um fünf Prozent an. Die Branche rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von zwei Prozent, nach einem für 2018 erwarteten Wachstum von fünf Prozent auf den Rekordwert von 228 Milliarden Euro.

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