June 17, 2020 / 6:42 AM / a month ago

Auftragsbestand der Industrie sinkt - Aber keine Stornierungswelle

A worker grinds metal at the machine-building company Zemmler Siebanlagen in Massen, Germany, March 22, 2018. Picture taken March 22, 2018. To match special report GERMANY-DIGITAL/GAP REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin (Reuters) - Die erwartete Stornierungswelle als Folge der Corona-Rezession ist der deutsche Industrie bislang erspart geblieben.

Ihre Auftragsbestand fiel im April saison- und kalenderbereinigt um 1,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dabei schmolz der Bestand aus dem Inland um 1,2 Prozent, der aus dem Ausland um 1,0 Prozent. “Die starken Rückgänge der Auftragseingänge im April 2020 in Folge der Corona-Pandemie hatten damit nur moderate Auswirkungen”, fassten die Statistiker zusammen. “Insbesondere zeigen die Daten an, dass die Industriebetriebe insgesamt keine außergewöhnlich umfangreichen Auftragsstornierungen registriert haben.”

Die Reichweite des Auftragsbestandes erhöhte sich sogar leicht auf 5,9 Monate, nachdem es im März noch 5,8 Monate waren. Diese Zahl gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandene Nachfrage abzuarbeiten.

Im April sammelte die deutsche Industrie 25,8 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat - einen so starken Einbruch hat es seit Beginn dieser Statistik 1991 noch nicht gegeben. Besonders die Autobranche leidet schwer unter den Folgen der Corona-Pandemie.

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