May 7, 2020 / 6:18 AM / 23 days ago

Produktion mit Rekordeinbruch - "Vorhang auf für Horrorshow"

FILE PHOTO: A worker wears a protective mask at the Volkswagen assembly line after VW re-starts Europe's largest car factory after coronavirus shutdown in Wolfsburg, Germany, April 27, 2020, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues. Swen Pfoertner/Pool via REUTERS/File Photo

Berlin (Reuters) - Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im März angesichts der Corona-Krise in Rekordgeschwindigkeit gedrosselt.

Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 9,2 Prozent weniger her als im Vormonat. “Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991”, teilte das Statische Bundesamt am Donnerstag. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten nur mit einem Rückgang von 7,5 Prozent gerechnet.

“Vorhang auf für die Horrorshow”, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. “Produktionsstopps auf der einen Seite und eine kollabierte Nachfrage im In- und Ausland auf der anderen Seite erschütterten die deutsche Industrie in noch nie dagewesenem Umfang. Und das war erst der Beginn.” Das sieht auch das Bundeswirtschaftsministerium so, das eine noch schlimmere Entwicklung erwartet: “Es ist von einem nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch im April auszugehen.”

Die exportabhängige Industrie allein stellte im März 11,6 Prozent weniger her, wobei die Autobranche sogar um fast ein Drittel einbrach. Die Aufträge fallen in Rekordgeschwindigkeit weg: Sie sanken im März um 15,6 Prozent zum Vormonat. Die Industriebetriebe erwarten daher einen noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Das entsprechende Ifo-Barometer für die kommenden drei Monate stürzte im April um 30 Zähler auf minus 51,4 Punkte. Das ist der tiefste Punkt seit der Wiedervereinigung. “Das Tal der Produktion wird immer tiefer”, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe dazu.

“AUTOBRANCHE FÄHRT WIEDER HOCH”

Wegen des guten Jahresauftakts fiel die gesamte Produktion im ersten Quartal allerdings nur um 1,2 Prozent. “Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen”, sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch. “In den letzten Wochen hat ja insbesondere die Automobilindustrie die Produktion wieder angefahren.” Es komme jetzt darauf an, den Wirtschaftskreislauf möglichst zügig und umfassend zu reanimieren. “Die Entscheidungen in den Bundesländern zeigen, dass die Zeichen eindeutig auf Lockerung stehen, die Infektionszahlen scheinen das zuzulassen”, sagte Niklasch.

Da auch die Dienstleister unter den Corona-bedingten Geschäftsschließungen leiden, sagt die EU-Kommission Europas größter Volkswirtschaft den stärksten Konjunktureinbruch der Nachkriegszeit voraus: Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr um 6,5 Prozent einbrechen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below