April 5, 2019 / 6:30 AM / 2 months ago

Bau-Boom dämpft Rezessionssorgen - Industrie schwächelt

A new skyscraper is seen under construction in Frankfurt, Germany, February 14, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Der Bau-Boom dämpft die Sorgen vor einer Rezession in Deutschland.

Die Unternehmen steigerten ihre Produktion im Februar unerwartet stark, weil die Baufirmen deutlich mehr herstellten und damit die Flaute in der Industrie wettmachten. Die Unternehmen stellten zusammen 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Das Ergebnis überrascht umso mehr, da auch es im Januar wesentlich besser lief als zunächst angenommen: Die Produktion stagnierte, nachdem zunächst ein Rückgang um 0,8 Prozent ermittelt worden war.

“Eine Rezession steht somit nicht bevor”, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. Dafür sorgte die positive Entwicklung am Bau, der von der hohen Nachfrage nach Wohnungen, verstärkten öffentlichen Investitionen und niedrigen Zinsen profitiert: Hier gab es ein Produktionsplus von 6,8 Prozent. “Das Baugewerbe befindet sich weiter in der Hochkonjunktur”, betonte das Ministerium. “Zum guten Ergebnis trug die vergleichsweise milde Witterung bei.” Die Industrieproduktion schrumpfte dagegen um 0,2 Prozent und damit den zweiten Monat in Folge. Der exportabhängigen Industrie brechen derzeit die Aufträge wegen der schwächelnden Weltkonjunktur weg. Im Februar gab es mit minus 4,2 den stärksten Rückgang seit mehr als zwei Jahren. “Angesichts der schwachen Auftragsentwicklung und des eingetrübten Geschäftsklimas ist weiterhin von einer gedämpften Industriekonjunktur auszugehen”, betonte deshalb das Ministerium.

Ob die besonders von der Auslandsnachfrage abhängigen Autohersteller, Maschinenbauer und Chemieunternehmen wieder in die Wachstumsspur zurückfinden, hängt nicht zuletzt von China ab. “Wir gehen weiter davon aus, dass die Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung die zuletzt schwächelnde Nachfrage aus dem Reich der Mitte wieder anschieben und damit der Industrie weltweit neuen Schub geben werden”, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. China ist der größte deutsche Handelspartner und hat neben Steuersenkungen auch milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur angekündigt und die Wirtschaft in der Konjunkturabkühlung zu stützen.

In Deutschland haben die führenden Wirtschaftsinstitute ihre Konjunkturprognose gerade erst kräftig eingedampft. Sie rechnen in diesem Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,8 Prozent, nachdem sie im Herbst noch fast zwei Prozent vorausgesagt hatten. 2018 hatte es noch zu 1,4 Prozent gereicht, obwohl Europas größte Volkswirtschaft in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr wuchs.

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