June 6, 2012 / 12:06 PM / in 8 years

Firmen treten bei Produktion heftig auf die Bremse

Berlin (Reuters) - Im Gegenwind der Euro-Krise hat die deutsche Wirtschaft im April einen Gang zurückgeschaltet.

Die Unternehmen stellten 2,2 Prozent weniger her als im Vormonat und überraschten damit sogar Fachleute, die lediglich mit einem Minus von 1,0 Prozent gerechnet hatten. Das Produktionsplus vom März von 2,2 Prozent wurde damit komplett zunichtegemacht, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Da auch die Aufträge wegbrachen, dürfte die Wirtschaft nach dem starken Jahresauftakt vorerst auf der Stelle treten.

Auch Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank befürchtet, dass die Firmen im Sommer den Fuß vom Gas nehmen müssen: “Die Euro-Krise wird die Produktion auch in den kommenden Monaten negativ beeinflussen. Die deutsche Industrie dürfte eine Schwächeperiode durchmachen.” Besonders stark auf die Bremse trat die Baubranche im April: Sie drosselte die Produktion um 6,0 Prozent, hatte die Fertigung im März nach Ende der Kältewelle allerdings auch stark um 26 Prozent nach oben gefahren. “Das Baugewerbe hat nach der witterungsbedingten Aufholjagd im März diesmal zurückgesteckt, während der Brückentag vor dem 1. Mai ebenfalls die Produktion gedrückt haben dürfte”, erläutert Schulz.

“VERUNSICHERUNG LÄHMT INVESTITIONEN”

Die Industrie schraubte ihre Produktion im April um 2,4 Prozent zurück. Die Hersteller von Konsumgütern meldeten mit 3,7 Prozent das größte Minus. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie Chemikalien schrumpfte hingegen nur um 0,4 Prozent. Die Produzenten von Maschinen, Geräten und anderen Investitionsgütern stellten 3,6 Prozent weniger her. Die Energieversorger steigerten ihre Leistung hingegen um 2,4 Prozent.

Am Dienstag hatte das Wirtschaftsministerium den größten Auftragseinbruch der Industrie seit einem halben Jahr gemeldet. Im Sog der weltweiten Konjunkturabkühlung sanken die Bestellungen im April um 1,9 Prozent. Viele Experten erwarten, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal stagniert. Zum Jahresauftakt hatte es noch ein Plus von 0,5 Prozent gegeben. Nach Ansicht von Ökonom Andreas Scheuerle von der DekaBank beginnt sich in Deutschland und auch in den Nachbarstaaten eine Verunsicherung breitzumachen, die die Investitionstätigkeit lähmt: “Wir erwarten vor dem Hintergrund der wieder aufgeflammten Schuldenkrise eine konjunkturelle Abkühlung im Sommerhalbjahr, die je nach Verlauf der Entwicklung in Südeuropa auch nochmals in eine Schrumpfung münden kann.”

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