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Innogy will raus aus britischem Joint Venture
15. November 2017 / 09:08 / in 7 Tagen

Innogy will raus aus britischem Joint Venture

Düsseldorf (Reuters) - Der Energiekonzern Innogy will bei seinem Strom- und Gasvertrieb in Großbritannien früher oder später ganz den Stecker ziehen.

Innogy logo in Essen, Germany, March 14, 2017. Reuters/Thilo Schmuelgen

Das geplante Joint Venture mit dem Versorger SSE sei eine reine Finanzbeteiligung und nicht von strategischer Bedeutung, sagte Vorstandschef Peter Terium am Dienstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf. “Nein, wir werden nicht langfristig daran festhalten.” Dies bedeute aber nicht unbedingt, dass Innogy schnell aussteigen werde.

Nach hohen Verlusten will Innogy die Tochter Npower in ein Gemeinschaftsunternehmen mit SSE einbringen, an dem die Deutschen noch 34 Prozent halten. Innogy und SSE gehen davon aus, dass das Joint Venture Ende 2018/Anfang 2019 an den Start geht. Innogy hat SSE zufolge zugesagt, seinen Anteil in den ersten sechs Monaten nicht zu verkaufen. Mit 11,5 Millionen Kunden wäre das Unternehmen auf der Insel die Nummer Zwei hinter der Centrica-Tochter British Gas. Sollte Innogy einen guten Preis für seinen Anteil geboten bekommen, könnte das Paket verkauft werden, sagte Terium. “Ich kann Ihnen aber gleichwohl sagen, dass wir das Geld kurzfristig nicht brauchen. Insofern haben wir die Zeit, das Ganze wertoptimierend zu gestalten. Das kann durchaus mehrere Jahre dauern, da haben wir keine Eile.”

ERSTES WINDKRAFTPROJEKT IN USA GEPLANT

Einen kompletten Rückzug von der Insel - dem bislang größten Auslandsmarkt des Konzerns - plant die RWE-Tochter nach eigenen Angaben nicht. Innogy will dort unter anderem weitere Windkraftanlagen aufstellen. Das gleiche gilt für die USA. Trotz der von US-Präsident Donald Trump geplanten Förderkürzung setze Innogy auf den dortigen Windenergiemarkt, betonte Terium. “Wir werden sicherlich dort weiteres Wachstum zeigen.” Innogy wolle in den Markt einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe investieren, womöglich sogar mehr. “Das hängt davon ab, welche Projekte wir erfolgreich sichern können.” Ein Team schaue sich vor Ort um. Es sei weiterhin geplant, im kommenden Jahr mit einem Projekt zu beginnen.

Terium äußerte sich auch zum angekündigten Rücktritt des Innogy-Aufsichsratschefs Werner Brandt. “Das ist schade. Die Zusammenarbeit war absolut top.” Brandt habe rein persönliche Gründe vorgebracht. Mit der Formulierung sollten auch Spekulationen vermieden werden, dass es etwa einen Interessenskonflikt gebe oder RWE ein Übernahmeangebot für Innogy auf den Tisch liegen habe, sagte Terium. “Es gibt keine geschäftlichen Gründe, die Innogy oder RWE betreffen.” Brandt ist auch Aufsichtsratchef von RWE. Der Konzern geht davon aus, dass er dies auch bleibt.

Innogy ist wiederholt ins Zentrum von Übernahmespekulationen geraten. Ein Interesse an dem RWE-Paket von 77 Prozent wird trotz mancher Dementi unter anderem immer wieder dem französischen Versorger Engie, dem spanischen Konkurrenten Iberdrola oder dem italienischen Energieriesen Enel nachgesagt.

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