March 23, 2020 / 10:06 AM / 6 days ago

Britisches Innogy-Geschäft wird für E.ON schweres Erbe

The empty stage for the board of German utility giant E.ON is seen before the annual shareholders meeting in Essen, Germany June 8, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Düsseldorf (Reuters) - Für den Energiekonzern E.ON wird nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy dessen schwächelndes Vertriebsgeschäft in Großbritannien immer mehr zum Bremsklotz.

Die Innogy-Tochter Npower fuhr im vergangenen Jahr einen operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von 206 Millionen Euro ein, wie Innogy am Montag im Zuge der Bilanz 2019 mitteilte. 2018 hatte der Konzern in dem hart umkämpften Markt einen Verlust von 72 Millionen Euro in den Büchern gehabt. Auch der Kundenschwund setzte sich fort. Fast 600.000 Strom- und Gaskunden kehrten dem Versorger 2019 auf der Insel den Rücken.

Das britisch Vertriebsgeschäft hatte bereits der früheren Innogy-Mutter RWE große Schwierigkeiten bereitet. Neben dem harten Wettbewerb machen den Versorgern, darunter auch E.ON, Eingriffe der Politik wie etwa ein Preisdeckel zu schaffen. Bei NPower kamen noch Abrechnungsprobleme hinzu. E.ON kämpft selbst in Großbritannien mit Einbußen und hat einen harten Sanierungskurs angekündigt.

WIE REAGIERT E.ON? - KONZERN LEGT MITTWOCH BILANZ VOR

Am Mittwoch legt E.ON seinen Bericht zum Geschäftsjahr 2019 vor. RWE und E.ON hatten die Geschäfte von Innogy untereinander aufgeteilt. E.ON übernahm das Vertriebs- und Netzgeschäft, RWE das Ökostromgeschäft der Tochter und das von E.ON. Für Innogy könnte es die letzte Bilanz gewesen sein. E.ON hält bereits über 90 Prozent an dem 2016 gegründeten Unternehmen und will die übrigen Aktionäre im Zuge eines Squeeze-Out rausdrängen.

Innogy verdiente im vergangenen Jahr deutlich weniger. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte um 23 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis fiel sogar um 39 Prozent auf 427 Millionen Euro. Wesentliche Gründe seien unter anderem das schwächelnde Vertriebsgeschäft sowie gestiegene Netzgebühren und Großhandelspreise im deutschen Vertrieb, die nicht komplett weitergegeben werden konnten. Hinzu kamen fehlende Erträge aus veräußerten Geschäften wie etwa des tschechischen Gasnetzes.

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