February 23, 2018 / 5:30 PM / 10 months ago

Innogy weist Bericht über Verkaufsszenarien im Aufsichtsrat zurück

Innogy logo in Essen, Germany, March 14, 2017. Reuters/Thilo Schmuelgen

Düsseldorf (Reuters) - Die RWE-Ökostromtochter Innogy hat einem Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” widersprochen, wonach ihr Aufsichtsrat bei seiner Sitzung im März über ein Verkaufsszenario für den Versorger beraten könnte.

Für die Sitzung des Kontrollgremiums gebe es im Rahmen einer Strategiedebatte mehrere Varianten, berichtete der “Spiegel” vorab. Diese reichten von einem Komplettverkauf an Interessenten wie den spanischen Energiekonzern Iberdrola oder den italienischen Versorger Enel bis hin zu einem Vorschlag, den Expansionskurs des früheren Chefs Peter Terium fortzusetzen. Realistisch erscheine ein Mittelweg, bei dem Teile der von Terium gekauften Firmen veräußert würden. Dem Rest des Konzerns solle ein Sparkurs verordnet werden.

“In der Sitzung des Aufsichtsrats der Innogy SE am 6. März werden ausdrücklich keine wie auch immer gearteten Szenarien in Bezug auf einen Verkauf des Unternehmens behandelt”, betonte dagegen eine Innogy-Sprecherin.

Innogy hatte nach dem vorzeitigen Abgang Teriums bereits erklärt, der Versorger arbeite an einem Sparprogramm. Der Vorstand überprüfe alle nicht unbedingt notwendigen Ausgaben, hatte das Unternehmen im Januar erklärt. Details würden bei der Vorlage der Bilanz am 12. März vorgestellt. Terium musste kurz vor Weihnachten gehen, nachdem der Vorstand mit einer Prognosesenkung die Aktie auf Talfahrt geschickt hatte.

Der Aufsichtsrat habe in einer Mitteilung im Dezember ausdrücklich betont, dass er hinter der Strategie des Vorstands steht, sagte die Innogy-Sprecherin: “Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert”. Gleichzeitig habe der Aufsichtsrat die Notwendigkeit eines höheren Stellenwerts der Kostendisziplin und einer fokussierten Wachstums- und Investitionsstrategie hervorgehoben. “Mit diesen Themen wird sich der Aufsichtsrat in seiner kommenden Sitzung beschäftigen”, kündigte sie an.

Innogy kämpft unter anderem mit Problemen in seinem seit Jahren schwächelnden Strom- und Gasgeschäft in Großbritannien. Im Dezember hatte das Unternehmen gewarnt, dass der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2017 bei 2,8 Milliarden Euro liegen werde statt der bislang angepeilten 2,9 Milliarden Euro. 2018 werde das Ergebnis des Konzerns zudem wegen höherer Kosten für Zukunftsprojekte wie die Digitalisierung oder Investitionen in Wachstumsgeschäfte mit 2,7 Milliarden Euro noch niedriger ausfallen. RWE hält noch ein Paket von 77 Prozent der Anteile von Innogy, um die Tochter ranken sich immer wieder Verkaufsspekulationen. Interesse wird neben Enel und Iberdrola auch der französischen Engie nachgesagt.

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