October 2, 2019 / 8:45 AM / 2 months ago

Forschungsinstitute rechnen mit geänderten Regeln für EZB-Anleihenkäufe

The euro sign in front of the former headquarters of the European Central Bank (ECB) is reflected in a puddle during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die führenden Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die EZB trotz Vorbehalten der Bundesbank die Regeln für ihre Anleihenkäufe ändern wird.

Im derzeitigen Rahmen werde der Spielraum für Ankäufe recht begrenzt sein, prognostizierten die Institute in dem am Mittwoch vorgelegten Gutachten. Ein deutlich größerer Spielraum für Käufe bestünde beispielsweise bei spanischen, italienischen und französischen Staatsanleihen, sofern die bisherige Praxis aufgegeben werde, Wertpapiere proportional zum EZB-Kapitalschlüssel zu erwerben. Dieser Schlüssel sorgt dafür, dass mehr Staatsanleihen von Ländern gekauft werden, die der EZB mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Das laufende Programm sieht Kaufobergrenzen für Staatsanleihenkäufe von maximal 33 Prozent pro Land vor. So soll verhindert werden, dass die Notenbank zu sehr die Anleihenmärkte dominiert. Die Institute gehen davon aus, dass bei dem angekündigten Nettoankaufvolumen von monatlich 20 Milliarden Euro diese sogenannte Emittentenobergrenze von 33 Prozent in Deutschland sowie in den Niederlanden in Kürze erreicht sein wird.

Bundesbankchef Jens Weidmann dringt allerdings darauf, dass bei der EZB auch nach dem erneuten Öffnen der Geldschleusen die Regeln nicht geändert werden. Er hoffe, dass die zu den Anleihenkäufen der Europäischen Zentralbank gefassten Beschlüsse nicht infrage gestellt würden, sagte er am Dienstagabend in Wien. Die Grenzen seien damals in das Kaufprogramm eingezogen worden, um das Risiko zu mindern, dass die Geldpolitik “ins Schlepptau der Finanzpolitik” gerate.

Die EZB hatte bis Ende Dezember 2018 bereits Papiere im Volumen von 2,6 Billionen Euro erworben, bevor sie dazu überging, nur noch auslaufende Anleihen zu ersetzen. Ab November sollen nun Monat für Monat wieder Zukäufe im Umfang von 20 Milliarden Euro hinzukommen. Die Käufe sollen erst dann gestoppt werden, wenn die Zentralbank kurz vor einer Zinserhöhung steht.

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