November 12, 2019 / 10:31 AM / 23 days ago

IS-Anhänger sollen Anschlag im Rhein-Main-Gebiet geplant haben

The skyline with its banking district is photographed in Frankfurt, Germany, August 13, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Im hessischen Offenbach sind drei IS-Verdächtige wegen der Planung eines Anschlags festgenommen worden.

Die Männer sollen Vorbereitungen getroffen haben, um im Rhein-Main-Gebiet mittels Sprengstoff oder Schusswaffen möglichst viele Menschen zu töten, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Die Pläne seien religiös motiviert gewesen, die Beschuldigten sollen sich bereits in der Vergangenheit als Anhänger der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu erkennen gegeben haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge handelt es sich bei den vorläufig Festgenommenen um einen 24 Jahre alten Deutschen mazedonischer Herkunft sowie einen 22 und einen 21 Jahre alten türkischen Staatsangehörigen.

“Es wurde rechtzeitig eingeschritten, so dass eine Gefahr verhindert werden konnte”, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Konkrete Anschlagsziele seien bislang noch nicht bekannt, man befinde sich noch am Anfang der Ermittlungen. Derzeit liefen noch die Vernehmungen der Beschuldigten, die alle polizeibekannt sein sollen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat laufen laut Niesen seit Ende Oktober. Der Behörde lägen verschiedene Zeugenaussagen vor sowie Erkenntnisse aus verdeckten polizeilichen Maßnahmen.

Dem 24-jährigen Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, sich bereits Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff beschafft und im Internet nach Schusswaffen gesucht zu haben. Bei ihm wurden verschiedene sprengstoffrelevante Substanzen und Gerätschaften sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte gemeinsam mit dem hessischen Landeskriminalamt insgesamt drei Wohnungen in den frühen Morgenstunden in Offenbach. Beteiligt waren demnach etwa 170 Beamte des Landeskriminalamts und des Polizeipräsidiums Südhessen sowie Spezialkräfte der Polizei. Dabei seien zahlreiche Beweismittel, vor allem schriftliche Unterlagen und elektronische Datenträger gefunden worden, die derzeit ausgewertet würden. Am Mittwoch soll entschieden werden, ob alle drei Männer oder nur der Hauptbeschuldigte dem Haftrichter vorgeführt werden.

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