January 11, 2011 / 3:10 PM / 9 years ago

Daimler erhöht Anteil an Sorgenkind Fuso

Stuttgart (Reuters) - Daimler baut seinen Anteil am japanischen Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso aus.

Für 30 Milliarden Yen (271 Millionen Euro) übernahm Daimler von mehreren Unternehmen des Mitsubishi-Konzerns mehr als vier Prozent des Kapitals und hält damit nun 89,29 Prozent der Anteile, wie der Stuttgarter Automobilkonzern am Dienstag mitteilte.

“Angesichts der zunehmenden Erholung des globalen Nutzfahrzeugmarktes nach der Wirtschaftskrise wird Daimler Trucks mit dieser zusätzlichen Investition die weitere Expansion von Fuso unterstützen”, begründete Daimler die Aufstockung. Vorrangig sei nun eine nachhaltige Steigerung der Effizienz der in Kawasaki ansässigen Tochter Fuso, die 1932 gegründet wurde und zuletzt noch gut 14.000 Beschäftigte zählte.

Mitsubishi Fuso ist das asiatische Standbein der Nutzfahrzeugsparte von Daimler Trucks und hat im abgelaufenen Jahr nach langer Durststrecke und Massenentlassungen erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der japanische Lkw- und Bushersteller ist auf kleinere Lkw für den Lieferverkehr sowie Hybrid-Antriebe spezialisiert und soll Daimler vor allem durch Exporte in die asiatischen Schwellenländern voranbringen.

In den vergangenen Jahren hatte Fuso wie die Konkurrenten Nissan Diesel, Hino und Isuzu mit dem schrumpfenden Nutzfahrzeug-Markt in Japan zu kämpfen, daher wird der Export in die benachbarten Wachstumsregionen wie Indonesien oder Taiwan immer wichtiger. Mitte der 90er Jahre lieferte Fuso jährlich noch rund eine halbe Million Fahrzeuge aus, 2009 waren es nur noch knapp 100.000. Für das abgelaufene Jahr rechnet Fuso dank der wieder anziehenden Nachfrage nach neuen Lkw und Bussen mit einem Absatzanstieg auf 140.000 Fahrzeuge.

Außer bei Fuso hatte Daimler Trucks in den vergangenen Jahren auch bei der US-Tochter Freightliner mit Problemen zu kämpfen, da der nordamerikanische Nutzfahrzeugmarkt schwer von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen worden war. In die Sanierung von Fuso und Freightliner steckte Daimler 2009 und 2010 mehr als eine Milliarde Euro. Durch Stellenstreichungen, Werksschließungen und eine straffere Modellpalette wurde die Gewinnschwelle der beiden Töchter deutlich gesenkt. Zugpferd der Sparte ist die renditestarke Tochter Mercedes-Benz, deren Fahrzeuge vor allem in Europa und Südamerika verkauft werden.

Daimler ist der weltweit führende Hersteller schwerer Lkw und Busse, allerdings sind chinesische und indische Hersteller wie FAW, Dongfeng und Tata dem Marktführer dicht auf den Fersen. In China und Indien verkauft Daimler bisher nur wenige seiner komfortablen und teuren Lkw, da dort bislang vor allem preiswerte Fahrzeuge mit spartanischer Ausstattung gefragt sind.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below