May 23, 2010 / 9:11 AM / 8 years ago

Karstadt-Interessent Berggruen: Kann das Unternehmen retten

Verkehrsschild vor einer Karstadt-Filiale in Berlin am 12. Juni 2009. REUTERS/Thomas Peter

Berlin (Reuters) - Der neue Karstadt-Interessent Nicolas Berggruen ist Zweifeln über die Nachhaltigkeit seines geplanten Engagements entgegengetreten.

“Ich kann das Unternehmen retten. Das ist eine seriöse Angelegenheit”, sagte der Investor der “Berliner Morgenpost” laut Vorab-Bericht aus der Sonntag-Ausgabe. Er habe kein Interesse an einer kurzfristigen Maximierung der Gewinne und einem kurzfristigen Weiterverkauf des Handelskonzerns. “Wenn jetzt der Eindruck entsteht, hier will ein Überflieger das schnelle Geld machen, so ist der falsch.” Seit mindestens sechs Monate beschäftige sich ein großes Team intensiv mit Karstadt. Jetzt fühle er sich so gut vorbereitet, um sagen zu können, er könne Karstadt retten.

Sein Hauptinteresse sei die schnelle Fortführung der Gespräche mit dem Unternehmen Highstreet, dem Haupteigentümer der Karstadt-Immobilien. Der Fonds der US-Bank Goldman Sachs habe bereits signalisiert, weiter über die Mietforderungen zu verhandeln. “Die Kontakte sind positiv”, sagte Berggruen. “Unser Ansatz ist es, unter anderem in den Gesprächen mit Highstreet eine Lösung zu finden. Anders als der bisherige Karstadt-Kaufinteressent Triton erwarte er im übrigen keine weiteren Zugeständnisse von den 25.000 Karstadt-Mitarbeitern.

Berggruen verwaltet nach eigenen Angaben eine milliardenschwere Investmentgesellschaft. Er hatte am Freitag überraschend ein Angebot für alle 120 Karstadt-Häuser bei Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg abgegeben.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Samstag Zweifel an der Seriosität der Offerte angemeldet. Das Angebot werfe zahlreiche Fragen auf, sagte eine Verdi-Sprecherin Reuters. Die zentrale Frage sei, warum Berggruen seine Offerte erst jetzt, “fünf Tage vor Toresschluss”, vorgelegt habe. “Wir zweifeln an der Nachhaltigkeit seines Engagements.”

Zuvor hatte nur der deutsch-schwedische Investor Triton für Karstadt geboten. Triton fordert aber auch von der Belegschaft weiterreichende finanzielle Zugeständnisse, über 4000 Stellen in defizitären Abteilungen stehen zur Disposition. In dieser Woche hatte Triton angesichts stockender Verhandlungen mit Verdi den Rückzug seines Gebots angedroht. Der Gläubigerausschuss von Karstadt muss am nächsten Freitag entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Bis dahin müssen sich Triton und Berggruen mit den Beteiligten geeinigt haben. Das zuständige Gericht in Essen entscheidet am 31. Mai, ob der Insolvenzplan in Kraft treten kann. Im Falle eines Scheiterns und einer dann folgenden Zerschlagung Karstadts könnte auch wieder der Rivale Metro aktiv werden, der Interesse an einzelnen Warenhäusern angemeldet hatte.

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