May 13, 2020 / 7:49 AM / 16 days ago

Verdi fordert von Karstadt/Kaufhof-Management Strategie statt Kahlschlag

A flag of German union Verdi is pictured at the Helmut Schmidt airport during a strike of security personnel demanding higher wages in Hamburg, Germany, January 15, 2019. REUTERS/Fabian Bimmer

Düsseldorf (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi übt scharfe Kritik an Plänen für Filialschließungen und einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen beim Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof.

“Es ist ein Armutszeugnis, wenn den Herren wieder nichts anderes einfällt, als die Axt an die Personalkosten zu legen und mit Häuserschließungen zu drohen”, heißt es in einem Schreiben der Gewerkschaft an die Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag. “Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof fordern wir von der Geschäftsführung eine Strategie, die die Existenzgrundlage des Unternehmens langfristig sichert und alle Arbeitsplätze erhält.”

Die in einem Schutzschirmverfahren steckende Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte die Mitarbeiter zuvor auf die Schließung von Filialen und einen Abbau von Stellen eingestimmt. In einem Brief der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter hieß es, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz gingen davon aus, dass die anstehende Sanierung entschlossen ausfallen müsse. “Sie sagen klar, dass es neben vielen anderen teilweise einschneidenden Maßnahmen leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss.” Beide arbeiteten an einem Sanierungskonzept für den angeschlagenen Warenhauskonzern, ein erster Entwurf sei Ende der Woche zu erwarten, bis Ende Juni solle der Plan fertig sein. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich nicht äußern.

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Coronakrise ums Überleben. Der Kette mit ihren über 28.000 Mitarbeitern brechen angesichts vorübergehend geschlossener Filialen die Umsätze weg. Der Konzern hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren.

“Galeria Karstadt Kaufhof hat während der Zeit der Komplettschließung mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren”, hieß es in dem Schreiben der Geschäftsleitung. Die Umsätze der letzten acht Wochen, darunter das wichtige Ostergeschäft, fehlten, der Rückstand sei nicht aufzuholen. “Insgesamt dürfte sich der Umsatzverlust auf bis zu eine Milliarde Euro erhöhen.” Der Warenhauskonzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Investors Rene Benko. Dieser hatte Insidern zufolge jüngst ein Paket mit Immobilien der Kette verkauft. Käufer seien Fonds des Finanzinvestors Apol­lo EPF.

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