June 16, 2020 / 9:16 AM / 22 days ago

Verdi warnt vor Kahlschlag bei Galeria - Zeit wird knapp

A shop of the German department store chain Galeria Karstadt Kaufhof is seen, during the spread of coronavirus disease (COVID-19) in Berlin, Germany, April 20, 2020. REUTERS/Axel Schmidt

Köln (Reuters) - Bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof pocht die Gewerkschaft Verdi auf ein Zukunftskonzept, um einen Kahlschlag und den Verlust Tausender von Arbeitsplätzen zu verhindern.

“Es ist ein Drama und eine Unverschämtheit, dass trotz hohen Zeitdrucks noch immer kein Konzept auf dem Tisch liegt”, sagte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman, am Dienstag bei einer Protest-Kundgebung in Köln. Dort verhandelt die Gewerkschaft mit dem Management unter anderem über einen Sozial-Tarifvertrag. Das Management wolle weiter 80 der 172 Filialen schließen, rund 10.000 Stellen seien dadurch gefährdet.

Kürzungen brächten den kriselnden Konzern aber nicht nach vorn, sagte Akman. Falls es zu Schließungen komme, müsse es eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten geben. Der österreichische Eigner Rene Benko müsse Geld für die Zukunft der Betroffenen in die Hand nehmen. “Man will Tausende von Beschäftigten auf die Straße setzen”, beklagte Akman. Zudem solle es Einbußen für die übrigen Mitarbeiter geben. Der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz wollten bis 22. Juni den Gläubigern des Konzerns einen Insolvenzplan präsentieren, der auch Einschnitte für die Beschäftigten umfasse. Gleichzeitig schafften sie aber keine Klarheit über ihre Pläne: “Die Tatsachen müssen auf den Tisch, damit wir über eine Lösung verhandeln können.” “Der Eigentümer muss Verantwortung übernehmen”, forderte auch Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Corona-Krise ums Überleben, dem Konzern brechen die Umsätze weg. Der Warenhaus-Riese hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Dieses gilt als Vorstufe der Insolvenz, folgt den gleichen Regeln und mündet oft in ein reguläres Insolvenzverfahren. Der Konzern gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors Benko.

Bei dem Warenhaus-Riesen sind nach den bisherigen Plänen des gerichtlich bestellten Sachwalters Frank Kebekus und des Generalbevollmächtigten Geiwitz bis zu 80 der gut 170 Kaufhäuser vom Aus bedroht. Endgültige Entscheidungen gibt es aber noch nicht. Diese sollen bis Ende des Monats fallen.

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