April 10, 2019 / 8:07 AM / 15 days ago

Mini-Zinsen belasten KfW - Gewinn steigt dennoch

Frankfurt (Reuters) - Die staatliche Förderbank KfW hat im vergangenen Jahr wie erwartet das Ergebnis gesteigert, operativ allerdings abermals unter den Mini-Zinsen gelitten.

The logo of KfW Bank is pictured at the bank's headquarters in Frankfurt, Germany, May 6, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski

Mit 1,6 Milliarden Euro lag der Gewinn dank einer extrem niedrigen Vorsorge für den Ausfall von Krediten und Bewertungseffekten auf dem Papier um 200 Millionen Euro über dem Ertrag des Vorjahres, wie Bankchef Günther Bräunig am Mittwoch in Frankfurt sagte. Die KfW hatte bereits zu Jahresbeginn eine Gewinnsteigerung in Aussicht gestellt.

Im Betriebsergebnis schlugen die seit Jahren ultra-niedrigen Zinsen in der Euro-Zone hingegen voll durch. Es sank von 1,66 auf 1,38 Milliarden Euro und lag damit unter den Erwartungen der KfW selbst, alleine der Rückgang des Zinsüberschussses hat daran einen Anteil von rund 150 Millionen Euro.

Bräunig zeigte sich zwar mit der Entwicklung bei der anteilig dem Bund und den Ländern gehörenden Förderbank insgesamt “sehr zufrieden”. “Allerdings profitiert der Konzerngewinn von außergewöhnlich positiven Effekten im Bewertungsergebnis, während sich das operative Ergebnis aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus erwartungsgemäß weiter rückläufig zeigt.”

“DÄMPFUNG DES AUFBAUS”

Da viele Prozesse wie etwa die Bearbeitung von Anträgen auf Fördergelder inzwischen digital ablaufen, wird sich die KfW laut Bräunig in den kommenden Jahren von Mitarbeitern trennen - über Vorruhestandsregelungen bis hinein in die Jahre 2022/23. Wie viele Mitarbeiter genau betroffen sein werden, sei noch unklar, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über das Programm liefen bereits. Es werde unter dem Strich aber keinen Netto-Abbau geben, sondern vor allem eine “Dämpfung des Aufbaus” von Personal, der eigentlich geplant gewesen sei. Im KfW-Konzern arbeiteten Ende vergangenen Jahres insgesamt 6400 Menschen, 5300 davon direkt bei der Förderbank.

Das Fördergeschäft der Bank - für private Häuslebauer, Firmen und in der Entwicklungshilfe - ging im vergangenen Jahr leicht auf 75,5 (2017: 76,5) Milliarden Euro zurück. Auffallend hoch war der Anstieg der Auslandsförderung um gut ein Fünftel. Im ersten Quartal betrugen die Förderzusagen, zu denen auch das neu eingeführte Baukindergeld zu rechnen ist, rund 16 Milliarden Euro, sagte Bräunig. Am Kapitalmarkt nahm die KfW im selben Zeitraum über die Ausgabe von Anleihen rund 35 Milliarden Euro auf, Ziel für das Gesamtjahr sind 80 Milliarden Euro.

“LAGE BESSER ALS STIMMUNG”

Bräunig sprach von einem holprigen Jahresauftakt an den Märkten, erst im März habe sich die Lage wieder gebessert. Was die Konjunktur angeht, mischten sich Molltöne in den ansonsten positiven Ausblick auf das laufende Jahr: “Die Lage ist besser als die Stimmung, allerdings haben sich Stimmung und Lage etwas eingetrübt.

Sollte es zu einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kommen, rechnet Bräunig nicht mit großen Auswirkungen auf das Geschäft der KfW, deren Fördergeschäft nicht direkt, sondern über die Geschäftsbanken läuft. Er rechne nicht mit einer Beeinträchtigung der Kreditvergabe an den Mittelstand, sollte es zu einer Mammuthochzeit in Frankfurt kommen. “Aber die Konzentration in unserem Durchleitungsgeschäft würde natürlich zunehmen.” Die Commerzbank ist bereits heute einer der wichtigsten Vertriebspartner der KfW, deren Hauptgeschäft jedoch über die Sparkassen und den genossenschaftlichen Bankensektor läuft.

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