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Greta nach Merkel-Treffen - Müssen Klimakrise als echte Krise sehen

German Chancellor Angela Merkel arrives to speak to reporters after EU leaders held a video summit on the situation in Belarus, at the Chancellery in Berlin, August 19, 2020. Michael Sohn/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel nach echter Führung in der Klimakrise verlangt.

“Sie hat eine große Verantwortung, aber auch große Möglichkeiten um eine solche Führungsfigur zu sein”, sagte Thunberg am Donnerstag nach einem 90-minütigen Gespräch mit weiteren Vertreterinnen der “Fridays for Future”-Bewegung im Kanzleramt. Sie betonten, dass die EU-Ziele bislang nicht im Einklang mit dem Weltklimavertrag von Paris stünden und deutlich schärfer werden müssten. Mit der EU-Ratspräsidentschaft komme Deutschland dabei eine besondere Rolle zu.

“Solange die Klimakrise nicht wie eine echte Krise behandelt wird, werden wir keine ausreichenden Änderungen erreichen”, sagte Thunberg. Wichtig sei jetzt, dass gegenseitige Schuldzuweisungen aufhörten. “Wir sind in einem Hamsterrad.” Der Teufelskreis müsse durchbrochen werden, sagte Thunberg. Es gebe immer wieder das Missverständnis, dass es um Forderungen der Klimaaktivisten ginge, betonte das Gesicht der deutschen Bewegung, Luisa Neubauer. “Es geht nicht um das, was wir wollen, sondern was die Wissenschaft sagt, was notwendig ist.”

Das Kanzleramt teilte mit, zentrales Thema des Treffens seien die klimapolitischen Schwerpunkte der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands gewesen. Dazu gehöre die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sowie die Konkretisierung eines verschärften Zwischenziels für die Treibhausgas-Emissionen bis 2030.

Die EU soll unter deutscher Ratspräsidentschaft wie im Pariser Vertrag vorgesehen ihre Klimaziele nachschärfen. Die Kommission hat eine CO2-Einsparung bis 2030 von 50 bis 55 Prozent gegenüber 1990 vorgeschlagen. Merkel unterstützt dies, aber in anderen Staaten Europas und auch in Deutschland gibt es Bedenken.

Thunberg hatte vor zwei Jahren mit einem Schulstreik begonnen, der sich zu einer weltweiten Bewegung unter dem Motto “Fridays for Future” ausweitete.

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