November 24, 2014 / 10:14 AM / 5 years ago

BDI warnt vor Stilllegung von Kohlekraftwerken

The coal power plant 'Scholven' of German utility giant E.ON is seen in Gelsenkirchen March 11, 2014. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS ENERGY)

Berlin (Reuters) - Der BDI warnt vor negativen Folgen der Stilllegung von Kohlekraftwerken.

“Unsere Studie belegt eindeutig: Kraftwerksstilllegungen schädigen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ganz unmittelbar, ohne Nutzen für das Klima”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Montag in Berlin nach der Veröffentlichung einer Studie zu möglichen Auswirkungen. Der CO2-Ausstoß werde durch das europäische Emissionshandelssystem bloß verlagert. Denn 95 Prozent der Leistung würden von ausländischen Kohlekraftwerken übernommen, die oft weniger effizient seien. “Statt nationaler Alleingänge brauchen wir mehr internationale Zusammenarbeit, die wenige Tage vor dem Start der nächsten Klimakonferenz global überzeugt”, mahnte Kerber.

Am Wochenende war ein Konzept des Wirtschaftsministeriums bekanntgeworden, nach dem bis 2020 Kohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt werden sollen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will sich am Montag mit den großen Energieversorgern treffen, um über das Konzept zu sprechen. Die Betreiber sollten danach verpflichtet werden, bis 2020 mindestens 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) in ihrem Kraftwerkspark einzusparen. Die Menge werde auf alle Kraftwerke gleichmäßig verteilt. Dies würde umgerechnet das Aus für etwa acht alte Braun- oder Steinkohlemeiler bedeuten. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung nach derzeitigem Stand ihr selbstgesetztes Klimaziel für 2020 verfehlen wird. Bis dann soll der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent sinken. [ID:nL6N0TD0HN]

Der Studie zufolge BDI würde der Strompreis bis 2020 um knapp sieben Euro pro Megawattstunde steigen, wenn Kohlekraftwerke mit einer Leistung von rund zehn Gigawatt Leistung stillgelegt würden. Besonders energieintensive Industrien hätten laut der Erhebung der Institute r2b energy consulting und Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) einen Wettbewerbsnachteil. Gewarnt wird auch vor dem Verlust von 74.000 Arbeitsplätzen. Die Studie geht davon aus, dass die Stromerzeugung nicht von deutschen Gaskraftwerken, sondern von Importen aus dem Ausland übernommen würden.

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